Der Sieg des Geistes über die Materie…

Um es offen zuzugeben: Meine Sonne hat sich einen MP3-Player für den Weg zur Arbeit gewünscht und ich, als liebender und von ihr dauerhaft gebuchter Sozialpartner, habe ihrem flehentlichen Bitten um das Be– und ebenso dem inbrünstigen Werben Apples um das Verschenktwerden nachgegeben.

Soweit so gut… oder auch nicht…

Natürlich habe ich mir mit dem Flachmann auch die komplette technische Betreuung des Gerätes eingehandelt, so dass ich vielleicht erwägen sollte, diesen Quasi-Servicevertrag jedes Jahr als geldwerten Vorteil vom Wert der noch zu machenden Geschenke zu subtrahieren, respektive ihn ersatzweise als Äquivalent für das Ausbleiben regelmäßiger bunt blühender und zart duftender Blumensträuße ins Feld zu führen…

Aber ich schweife ab…

Warum der amerikanische Geizkragen es nicht für nötig hält, seinem fast zweihundert Euro teuren Postpubertätsspielzeug ein gescheites gedrucktes Handbuch mitzugeben ist mir kundendienstlich echt schleierhaft, wenn natürlich finanziell höchst verständlich…

Jegliches Arbeiten mit der technischen Zwangsjacke wird zur Qual, weil am Siliziumquälgeist selbst und am Zusammenspiel mit der erforderlichen Software aber auch rein gar nichts intuitiv zu erfassen ist.
So gerät jede Aktion zur Pflege des häuslichen Friedens mittels gefälligkeitshalber Konfiguration dieser elektronischen Nervensäge zu einer wilden Klickorgie zwischen PDF-Handbuch und Googlesuche im Browser (dessen Funktionsweise ich zum Glück mittlerweise rudimentär verstehe…).

Aber so ist das mit „Kultgegenständen“:
Macken werden zum Feature erklärt, und ein Mangel an Zubehör (wie z.B. einem gescheiten Ladegerät) wird dem Benutzer als Ausdruck der persönlichen Freiheit in der Wahl von „Upgrades“ verkauft…

Ich werde den ganzen Zinnober von Stund an als eine 200-Euro-(inkl. Ladestation)-Herausforderung begreifen und einen Teil meiner täglichen positiven Verstärkung aus einem vermeintlichen Sieg meines Geistes (und meiner Nerven) über die tote Materie beziehen…

So soll es sein, oder um mit Jean Luc Picard zu sprechen: „Energie!“ …

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