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	<title>Netznirwana</title>
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	<pubDate>Wed, 13 Dec 2006 14:10:14 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
			<item>
		<title>Verbot von &#8220;Killerspielen&#8221; - meine Email an die Innenminister Beckstein (Bayern) und Sch&#252;nemann&#160;(Nds.)</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/12/13/verbot-von-killerspielen-meine-email-an-die-innenminister-beckstein-bayern-und-schuenemann-nds/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Dec 2006 12:36:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>UMPF!!!</category>

		<category>Nachgedacht</category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag,
mit gro&#223;em Interesse verfolge ich derzeit die politische Diskussion um das Verbot sogenannter &#8220;Killerspiele&#8221; und bin doch echt best&#252;rzt &#252;ber den von der Politik offenbar gewollten Eingriff in die Pers&#246;nlichkeitsrechte erwachsener B&#252;rger.
Da sollen Computerspiele unter, zumindest z.Zt. noch, ziemlich diffusen Kriterien in &#8220;gute&#8221; und &#8220;b&#246;se&#8221; Spiele unterteilt werden und deren Hersteller, K&#228;ufer, Weiterverk&#228;ufer und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag,</p>
<p>mit gro&#223;em Interesse verfolge ich derzeit die politische Diskussion um das Verbot sogenannter &#8220;Killerspiele&#8221; und bin doch echt best&#252;rzt &#252;ber den von der Politik offenbar gewollten Eingriff in die Pers&#246;nlichkeitsrechte erwachsener B&#252;rger.</p>
<p>Da sollen Computerspiele unter, zumindest z.Zt. noch, ziemlich diffusen Kriterien in &#8220;gute&#8221; und &#8220;b&#246;se&#8221; Spiele unterteilt werden und deren Hersteller, K&#228;ufer, Weiterverk&#228;ufer und Nutzer kriminalisiert werden.</p>
<p>Ich halte das f&#252;r sehr bedenklich.</p>
<p>Ich selbst habe vor &#252;ber 20 Jahren den Kriegsdienst verweigert und habe meine Haltung durch das Spielen auch aggressiverer Spiele in keiner Weise ge&#228;ndert.<br />
Im Gegenteil, ich bin und bleibe ein Gegner von Gewalt - was i&#220; auch soldatische Gewalt in sogenannten &#8220;Friedensmissonen&#8221; angeht, f&#252;r die unschuldige, junge Menschen faktisch in Kriegsgebiete geschickt werden.</p>
<p>Ich muss Ihnen mitteilen, dass ich das von der Politik propagierte Verbot von Computerspielen im Hinblick auf ein deutliches Verlangen nach sog. &#8220;robusten Mandaten&#8221; f&#252;r die Bundeswehr in Krisengebieten f&#252;r einen ziemlichen Hohn halte.</p>
<p>Meine PC-Soldaten sind rein virtuell und in meinen K&#228;mpfen sterben Polygonkreaturen und es flie&#223;t Pixelblut - wie sieht es bei der Politik aus?<br />
K&#246;nnen Sie nach dem Tod von Soldaten in Afghanistan einen &#228;lteren Spielstand laden, die K&#246;pfe der Gefallenen retten und das Leid und die Trauer ihrer Familien verhindern? Wohl kaum&#8230;</p>
<p>F&#252;r mich - ich bin ein 44-j&#228;hriger erwachsener Mann mit eigener Firma, einer Patchworkfamilie inkl. eines Sohnes, mit der dazu geh&#246;rigen Verantwortung - sind Computerspiele eine Abwechslung vom anstrengenden Alltag, moderne Geschicklichtkeits&#252;bungen, bei denen ich offen gesagt ganz froh bin, mal wenig nachdenken zu m&#252;ssen.<br />
Dennoch kann ich mich sonntags wieder gr&#252;belnd an den Schachbrettern meines Vereines einfinden, ohne Aggressionen gegen meinen Opponenten zu f&#252;hlen.</p>
<p>Meine Schachfiguren kehren nach geschlagenem Kampf in ihre Holzkiste zur&#252;ck - wie die Ihren auch, nur ist deren Holzkiste gr&#246;&#223;er und das Spiel kann von Ihren Figuren nur einmal gespielt werden.</p>
<p>Das Problem der Politik ist das Folgende:<br />
sie m&#246;chten eine gute Regelung &#252;ber die Zug&#228;nglichkeit von Erwachsenenspielen, die nur schlecht kontrolliert wird und vielleicht auch kontrolliert werden kann, durch eine schlechte und ebenso schlecht kontrollierbare Regelung ersetzen durch die m&#252;ndige B&#252;rger in Ihren Freiheiten beschr&#228;nkt und kriminalisiert werden.</p>
<p>Ich selbst habe im postapokalyptischen Scheidungskrieg meiner Lebensgef&#228;hrtin das f&#252;r das Sorgerecht zust&#228;ndige Gericht schriftlich darauf hingewiesen, dass deren Kinder beim Vater Zugang zu PC-Spielen haben, die keine Jugendfreigabe besitzen.<br />
Die Reaktion? Gleich null!</p>
<p>Und hier liegt der Hase im Pfeffer:<br />
Einzelne handeln unverantwortlich, Beh&#246;rden kommen ihren Kontrollpflichten nicht nach - sei es aus Bequemlichkeit oder &#220;berlastung - und deshalb soll das Problem mal eben popularit&#228;tswirksam aus der Welt geschafft werden.</p>
<p>Und wieder werden Sie ein Gremium ben&#246;tigen, das entscheidet, welche Spiele gut und b&#246;se sind, und wieder werden Sie ein b&#252;rokratisches Kontrollproblem haben - aber daf&#252;r vielleicht ein paar Stimmen mehr, welche die Politik erfolgreich von den wirklich dringenden ungel&#246;sten Problemen unserer Gesellschaft abgelenkt hat.</p>
<p>Das ist dann wie bei Robbespierre: der hat auch immer mehr Leute als Gegner der Revolution gek&#246;pft, damit die B&#252;rger sich im Blutrausch nicht soviele Gedanken &#252;ber den eigenen Hunger und die eigene Not machen mussten.</p>
<p>Das ist auch eine Art den sozialen Frieden zu wahren&#8230;</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Thomas Spiekermann</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mannschaftskampf in Bergisch&#160;Gladbach</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/11/28/schach-beitrag-folgt/</link>
		<comments>http://www.netznirwana.de/2006/11/28/schach-beitrag-folgt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Nov 2006 12:46:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Schach</category>

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		<description><![CDATA[Am gestrigen Sonntag war wieder Mannschaftskampf angesagt.
Die Bergischen Schachfreunde III gegen uns, die erste Manschaft des SV 1947 Bayer Dormagen.
Von der Papierform her eine klare Sache, dachten wir, aber es war vor allem an der hinteren Brettern dann doch nicht so klar.
Durch Siege an den ersten Brettern (es spielen immer acht gegen acht) konnten wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am gestrigen Sonntag war wieder Mannschaftskampf angesagt.<br />
Die Bergischen Schachfreunde III gegen uns, die erste Manschaft des <a title="Mein Schachverein" href="http://www.sv1947.de">SV 1947 Bayer Dormagen</a>.</p>
<p>Von der Papierform her eine klare Sache, dachten wir, aber es war vor allem an der hinteren Brettern dann doch nicht so klar.<br />
Durch Siege an den ersten Brettern (es spielen immer acht gegen acht) konnten wir den Sieg aber dann doch einfahren.</p>
<p>Mein Gegner, ein sehr sympathischer &#228;lterer Herr um die 70 erwies sich als z&#228;her Gegner, der sich erst nach langer Gegenwehr bezwingen lie&#223;.<br />
Nach der Partie <a title="Spiekermann - Heger 1:0" href="http://www.netznirwana.de/wp-content/partien/heger.htm" target="_blank">Spiekermann - Heger</a> gab&#8217;s noch ein kurzes, nettes Schw&#228;tzchen und der Sonntag war erfolgreich f&#252;r mich.</p>
<p>Danke an meinen fairen Gegner und - schade, dass es nicht immer so ist&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nun ist er endlich geschafft - der&#160;Serverumzug</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/11/21/nun-ist-er-endlich-geschafft-der-serverumzug/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Nov 2006 07:33:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Dies und das</category>

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		<description><![CDATA[Obwohl ich bei meinem alten Provider Host Europe sehr zufrieden bin (meine Reiseb&#252;rowebsite l&#228;uft und bleibt auch dort), habe ich meinen Blog testweise bei 1blu untergebracht.
Er l&#228;uft auf jetzt auf einem Hostingpaket mit &#8220;Performancegarantie&#8221;.
Da die ersten sechs Monate durch eine Kooperation von 1blu mit der PC Welt kostenlos sind, werde ich das mal in Ruhe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl ich bei meinem alten Provider <a title="Hosteurope" href="http://www.hosteurope.de">Host Europe</a> sehr zufrieden bin (meine <a title="klugflug.de" href="http://www.klugflug.de">Reiseb&#252;rowebsite</a> l&#228;uft und bleibt auch dort), habe ich meinen Blog testweise bei 1blu untergebracht.</p>
<p>Er l&#228;uft auf jetzt auf einem Hostingpaket mit &#8220;Performancegarantie&#8221;.<br />
Da die ersten sechs Monate durch eine Kooperation von <a title="1blu" href="http://www.1blu.de">1blu</a> mit der <a title="PC Welt" href="http://www.pcwelt.de">PC Welt</a> kostenlos sind, werde ich das mal in Ruhe testen.</p>
<p>Ich hatte gelegentlich zu Sto&#223;zeiten den Eindruck, dass beim &#252;blichen Shared Hosting (und das sicher nicht nur bei Hosteurope) die Datenbankzugriffe sehr verlangsamt sind.</p>
<p>Nachdem ich ein paar H&#252;rden beim Datenbankumzug &#252;berwunden habe, sollte jetzt alles wieder laufen.</p>
<p>Mal sehen&#8230; <img src='http://www.netznirwana.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich mach das sonst nie&#8230;&#8221; oder: von der Last mit der Liebe in mittleren&#160;Jahren</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/11/20/ich-mach-das-sonst-nie-oder-von-der-last-mit-der-liebe-in-mittleren-jahren/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Nov 2006 08:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Mann &amp; Frau</category>

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		<description><![CDATA[Teil I: Ausgangssituation
Es ist schon eine Last mit der Liebe in mittleren Jahren.
Sicher gilt das nicht f&#252;r alle jene, die in der Mitte des Lebens stehen, wohl aber f&#252;r viele, deren meist erste Ehe, oder langj&#228;hrige Beziehung an den harten Klippen des Alltags im Konflikt zerschellt, oder am schleichenden &#220;bergang von gro&#223;er Liebe und Vernarrtheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Teil I: Ausgangssituation</strong></p>
<p>Es ist schon eine Last mit der Liebe in mittleren Jahren.<br />
Sicher gilt das nicht f&#252;r alle jene, die in der Mitte des Lebens stehen, wohl aber f&#252;r viele, deren meist erste Ehe, oder langj&#228;hrige Beziehung an den harten Klippen des Alltags im Konflikt zerschellt, oder am schleichenden &#220;bergang von gro&#223;er Liebe und Vernarrtheit zur Gew&#246;hnung und am Ende zur Gleichg&#252;ltigkeit zerbrochen ist.</p>
<p>Nun ergibt es sprachlich ein schiefes Bild, wenn wir von den Scherben einer Liebe und damit einer ganzen Existenz sprechen, und eine sp&#228;tere neue Beziehung als &#8220;Patchworkfamilie&#8221; betiteln. Irgendwie ist es ja h&#228;ufig mehr ein schiefes Kunstwerk hobbym&#228;&#223;ig ungeschickter Bleiverglasung der umherliegenden Bruchst&#252;cke zweier Familien, dessen Entstehung und Erhalt nur allzu h&#228;ufig den feigen und gemeinen Steinw&#252;rfen eines, oder gar beider Expartner ausgesetzt ist.</p>
<p>Na ja - sofern nicht einer der beiden neuen Partner das frisch gefundene Gl&#252;ck dadurch belastet, dass er sich selber im Werfen von Geschossen gegen die alte Liebe ersch&#246;pft und damit die neu gefundene Chance durch einen Grabenkrieg gegen die alte Verbindung aufs Spiel setzt.<br />
Aber auch hier gibt es einen interessanten Seitenweg: der neue Partner beteiligt sich an der Hexenjagd gegen den verflossenen und hilft damit der neuen Beziehung, wenn auch keinen tieferen, so doch (in Ermangelung eines Besseren) einen f&#252;r eine gewisse Zeit tragf&#228;higen Sinn zu geben.</p>
<p>Aber letztlich ist das nicht das Thema, weil hier schon andiskutiert wurde, was im (manchmal zweifelhaften) Idealfall am langen Ende des Leidensweges steht, den Getrennte, Verlassene, Betrogene und irgendwie verlorenen Seelen des Mittelalters zu gehen haben.</p>
<p>Flachbr&#252;stiges Schlagergetr&#228;ller im Stil von &#8220;Du hast mich 1000x belogen&#8230;&#8221; wird zur Hymne einer ganzen Generation von Liebesentt&#228;uschten, die im wom&#246;glich vorher geschehenen Seitensprung des Partners eine moralisch eindimensionale Begr&#252;ndung f&#252;r ihr Ungl&#252;ck sehen, aber nicht gleichzeitig in der Lage sind zu realisieren, dass das Fremdgehen in vielen F&#228;llen nur eine Folge der schleichenden Entfremdung beider ist, an der auch der scheinbar integrere Partner einen Teil Verantwortung zu tragen hat.</p>
<p>Betrachten wir nun die Rolle der Geschlechter am Anfang des Weges in ein neues Gl&#252;ck etwas genauer:</p>
<p>Auferstanden als etwas fl&#252;gelsteifer Ph&#246;nix aus den Ruinen und der Asche des alten Gl&#252;cks unternimmt man die ersten zaghaften Flugversuche und holt sich zumeist ein paar dicke Beulen, weil man den perfekten Start, einen im Idealfall majest&#228;tisch anmutenden Flug und eine gelungene Landung erst wieder neu erlernen muss.<br />
In gewisser Weise ist man ja mit den Jahren zu einem domestizierten Wildvogel mutiert, der sich erst wieder in freier Wildbahn zurechtfinden muss.<br />
Diese Auswilderung birgt neben neuen spannenden Abenteuern nat&#252;rlich auch Gefahren in sich - besonders f&#252;r Frauen&#8230;</p>
<p>So ganz werden wir in der Diskussion nicht ohne Platit&#252;den auskommen k&#246;nnen.<br />
Man m&#246;ge dem Autor das gro&#223;herzig nachsehen und bedenken, dass eine Platit&#252;de ja nicht notwendig falsch, sondern h&#228;ufig im Gegenteil eher richtig ist, auch wenn sie zu Recht daran leidet, dass sie Einzelf&#228;lle ausblendet, und die verbliebene Verk&#252;rzung der Wirklichkeit eher wie ein plakatives Schlagwort und weniger wie ein echtes Argument daherkommt.</p>
<p>Am Ende einer Beziehung gibt es meistens keinen Gewinner.<br />
Auch wenn sich nicht beide zugleich und gegenseitig das Scheitern ihrer Beziehung eingestehen k&#246;nnen, und nur einer der Partner als Triebfeder der Aufl&#246;sung zu sehen ist, so verlieren doch beide gleicherma&#223;en: der gemeinsame Traum ist gescheitert, die Seifenblase vom gemeinsamen Gl&#252;ck j&#228;h und schmerzhaft zerplatzt.</p>
<p>Abgesehen von Einzelf&#228;llen und unabh&#228;ngig von Schuldfragen leiden Frauen h&#228;ufig &#8220;tiefer&#8221; und M&#228;nner &#8220;breiter&#8221;.</p>
<p>Frauen leiden in ihrer Seele - ein fast t&#246;dlicher Stachel hat sich tief in ihr Herz gebohrt und verursacht manchmal schier unmenschiche Schmerzen. Hinzu kommt (gerade wenn Kinder im Spiel sind) die oftmals nicht unbegr&#252;ndete Angst auf das soziale Abstellgleis zu geraten.</p>
<p>Auch M&#228;nner leiden (entgegen anders lautender Vorurteile) diesen Schmerz.<br />
Dieser wird jedoch &#252;berlagert durch den h&#228;ufig vom Vater ererbten und durch die Sozialisation in einer M&#228;nnergesellschaft vertieften m&#228;nnlichen Stolz und ein irgendwie schiefes M&#228;nnlichkeitsideal.<br />
Insofern dringt der Herzstachel beim Mann nicht so tief - sein Problem ist eher die breit gestreute Schrotladung, die sein Ego perforiert hat.</p>
<p>Frauen durchleiden ihren Schmerz und verf&#252;gen als emotional ge&#252;btere Wesen &#252;ber ein gut sortiertes Instrumentarium zur Schmerzbew&#228;ltigung.<br />
Eines ihrer besten Mittel im Kampf gegen des Leiden sind die F&#228;higkeit und der Mut den Dingen ins Gesicht zu sehen, sich mit den Tatsachen und dem aus ihnen geborenen Schmerz auseinanderzusetzen, w&#228;hrend der Mann eher ausweichend-&#228;ngstlich auf eine Vogel-Strau&#223;-Politik setzt.<br />
Da wo die Frau schon &#8220;durchzustehen&#8221; begonnen hat, ist der Mann h&#228;ufig noch Gefangener seines Kopfes und seiner durch das tradierte M&#228;nnerbild verursachten Verstockheit. Es ist ihm oft nicht m&#246;glich, rational zu verstehen, was zum Scheitern des gemeinsamen Gl&#252;cks gef&#252;hrt hat.<br />
Das ist so lange auch kein Wunder, wie er die Ursachen geschlechtstypisch mit seinem Verstand zu ergr&#252;nden versucht.</p>
<p>M&#228;nner sind Konstrukteure. Sie sind die Architekten einer Beziehung und f&#252;hlen sich verantwortlich und zust&#228;ndig f&#252;r den funktionierenden Rahmen des gemeinsamen Gl&#252;cks, w&#228;hrend die Frau in gewisser Weise den innenarchtiketonischen Part &#252;bernimmt und f&#252;r den emotionalen Teil der Gemeinsamkeit verantwortlich zeichnet.<br />
In gewisser Weise ist es wie in der Kindheit - f&#252;r den Mann ist eine Beziehung eine Art Bausatz von Fischer Technik, w&#228;hrend die Partnerin alles f&#252;r eine bunte Puppenstube voller gl&#252;cklicher Familenp&#252;ppchen zu tun bereit ist.</p>
<p>M&#228;nner beweisen ihre Liebe durch den Bau von H&#228;usern, den Kauf und die Pflege der heimischen Familienkutsche und das Herankarren und Schleppen von Wasserk&#228;sten.<br />
Frauen ersehnen sich Liebe in Form von Z&#228;rtlichkeit, guten Gespr&#228;chen und einer lang anhaltenden und tiefen Zuwendung der Partner.<br />
Nur allzu oft h&#246;rt man getrennte M&#228;nner klagen, dass sie doch <strong>a-l-l-e-s</strong> f&#252;r das gemeinsame Gl&#252;ck getan h&#228;tten, w&#228;hrend die Frau betrauert, dass ihr Mann sie in all den Jahren emotional nicht erreicht hat. Wie sollte er auch - er war ja dauernd im Baumarkt&#8230;</p>
<p><strong>Teil II: Gehversuche</strong></p>
<p>Der Volksmund besagt: &#8220;M&#228;nner sind Jungs in langen Hosen.&#8221; - und so geb&#228;rden sie sich auch nach dem Scheitern einer Beziehung.<br />
Sie schimpfen auf ihr zusammengest&#252;rztes, windschiefes Kartenhaus, an dem sie doch so lange und vermeintlich erfolgreich gebaut haben, und wollen nicht begreifen, dass es ohne eine tiefe emotionale Bindung an die Partnerin auf Treibsand gebaut war.</p>
<p>Insofern leiden M&#228;nner l&#228;nger als Frauen. Auch wenn sie schon l&#228;ngst &#8220;entliebt&#8221; sind, h&#228;ngen sie noch ihrem alten Traum nach, betrauern dessen Scheitern und k&#246;nnen sich so lange Zeit nicht wirklich von der Expartnerin l&#246;sen, die dauerhaft wie eine drohende Wolke &#252;ber ihren neuen Beziehungsversuchen schwebt und lange kalte Schatten wirft&#8230;</p>
<p>Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Anl&#228;ufe eine neue Liebe zu finden oftmals kl&#228;glich scheitern.<br />
Frau und Mann beginnen ihre Suche von unterschiedlichen Ausgangspunkten, mit unterschiedlichen Hoffnungen, Vorstellungen und W&#252;nschen.<br />
W&#228;hrend die Frau nach durchlittenem Schmerz einen Schlusstrich zu ziehen in der Lage und damit offen f&#252;r einen Neuanfang ist, k&#228;mpft der Mann immer noch gegen sein &#252;berm&#228;chtiges verletztes Ego an und bleibt teilweise dauerhaft unf&#228;hig, sich ganz auf eine neue Partnerin einzulassen und sich neu zu binden.<br />
Auf der Seite der Frauen f&#252;hrt das zu vielen Entt&#228;uschungen, weil sich der vermeintliche Prinz als glibbriger, grasgr&#252;ner Frosch entpuppt, der sich auch mittels einer Vielzahl von K&#252;ssen nicht zur gew&#252;nschten Metamorphose in einen Edelmann bewegen l&#228;sst.</p>
<p>Es gibt Meinungen, dass M&#228;nner eben so sind -<br />
J&#228;ger, immer auf der Pirsch nach neuer Beute, nach einem neuen Reh, dass sie schlagen k&#246;nnen - und dass sie dazu durch ihre Natur gezwungen sind, weil animalisch-archaische Urinstinkte sie dazu treiben ihren Samen auf m&#246;glichst viele Weibchen zu verteilen, um ihre Nachkommenschaft zu sichern. Nun ist das Letztere selbstverst&#228;ndlich nicht das Ziel, aber als Motor ihrer Bem&#252;hungen zu interpretieren.</p>
<p>In gewisser Weise stimmt das auch, ist aber f&#252;r eine vollst&#228;ndige Beurteilung des Mannes nicht zureichend.<br />
Die Frau, auf der Suche nach eine neuen Bindung und damit einem neuen Nest, m&#246;chte sich Zeit lassen und sorgsam ausw&#228;hlen.<br />
Der Mann geht eher nach dem Gie&#223;kannenprinzip vor und versucht mehr &#252;ber Quote als &#252;ber Intensit&#228;t zum Ziel zu kommen. Er ist entgegen landl&#228;ufiger Meinung eher der, welcher &#252;ber das K&#252;ssen vieler Froschfrauen seine &#8220;Prinzessin&#8221; zu finden versucht.</p>
<p>Auf keinem anderen Feld in dieser Phase der Neurorientierung prallen die Widerspr&#252;che der Geschlechter mehr aufeinander, als auf dem Gebiet der Erotik und der Sexualit&#228;t. Sexualit&#228;t ist ein Kreuzweg, auf dem Mann und Frau sich auf ihrer Wanderschaft immer wieder begegnen und - sich gegenseitig missverstehen und entt&#228;uschen.<br />
Um es prinzipiell zu fassen und plakativ zu sagen: W&#228;hrend der Mann Sex m&#246;chte und dabei schaut, ob es mit dem Verlieben klappt, m&#246;chte die Frau sich verlieben und hofft dann, dass auch eine erf&#252;llte Sexualit&#228;t m&#246;glich ist. Oder anders: der Mann m&#246;chte Spa&#223; und nimmt in Kauf, dass sich mehr daraus entwickeln kann, w&#228;hrend die Frau auf der Suche nach dem &#8220;Mehr&#8221; ist und widrigenfalls auch gegen ein wenig Spa&#223; gelegentlich nichts einzuwenden hat.</p>
<p>Zum Ungl&#252;ck der Frau ist der Mann dabei aber in der st&#228;rkeren Position. Zum einen gelingt es ihm eher, die Spreu der Erotik vom Weizen der Liebe zu trennen. Der Mann ist wegen seines kopfgesteuerten Seelenlebens eher in der Lage, so eine Art &#8220;Konzept der erotischen Freundschaft zu leben&#8221;.<br />
Dieses Konzept beinhaltet eine ganze Reihe von Beziehungsmerkmalen, wie gelegentliches Ausgehen, romantische Abende und nat&#252;rlich auch mehr oder minder leidenschaftlichen Sex, ohne ihn jedoch in den (ihm wegen seiner unaufgearbeiteten Trennung drohlich erscheinenden) Strudel der Liebe zu ziehen. Das Ganze wird zudem beziehungs&#228;hnlich mit einer gewissen Exklusivit&#228;t verbunden, wobei die kleine Vokabel &#8220;gewissen&#8221; einen f&#252;r die Frau nicht zu vernachl&#228;ssigenden Pferdefu&#223; in sich birgt: &#8220;gewiss&#8221; kommt hier nicht von Gewissheit, sondern dr&#252;ckt vorsichtig gesagt &#8220;eine entspannte Haltung zum Treugel&#246;bnis innnerhalb dieser Art von &#220;bergangsbeziehung&#8221; aus.<br />
M&#228;nner werden wissen was ich meine - und Frauen es am eigenen Leib, bzw. am Leib der anderen erfahren&#8230;</p>
<p><strong>Teil III: Dramatik</strong></p>
<p>Nun sind beileibe nicht alle M&#228;nner gewissenlos und so kommt es im Ent- und Bestehen solcher Mikrobeziehungen zu lustigen Missverst&#228;ndnissen. Und das geht so:</p>
<p>Man lernt sich kennen - in freier Wildbahn, oder immer h&#228;ufiger in einer der mittlerweise zahllosen Partnerb&#246;rsen im Internet (die &#252;brigens eine Menge Stoff f&#252;r einen weiteren Artikel bieten), trifft sich ein, zwei, oder ganz z&#252;chtig auch ein drittes Mal und steht dann vor der schwerwiegenden Entscheidung, ob man es zu sexuell eingef&#228;rbten Schleimhautkontakten kommen lassen m&#246;chte.<br />
Eine kluge Frau, auf der Suche nach etwas dauerhafterem als einer erotischen Sternschnuppe t&#228;te gut daran sich noch etwas zu zieren, so wie ein Pokerspieler, der auch nicht gleich sein Blatt offenbart, um den Gegner m&#246;glichst weit aus der Reserve zu locken.</p>
<p>Aber hier k&#228;mpft sie den aussichtslosen Kampf gegen den Vorteil des Mannes, dem es zun&#228;chst einmal um Erotik und weniger um Beziehung geht.<br />
Wie eine rastlose Honigbiene summt er weiter zur n&#228;chsten Blume, wenn ihm die die Bl&#252;te der einen nicht den versprochenen Nektar liefert.<br />
Mitunter bleibt die Frau frustriert und traurig zur&#252;ck, weil der Mann in der vorherigen Akquisitonsphase eine ganzes Arsenal von Signalen auf sie abgefeuert hat, das Beziehungswillig- und -f&#228;higkeit zu signalisieren schien.<br />
Der Mann mutiert da mitunter unbewusst zu einer Art glubsch&#228;ugigen und grabschh&#228;ndigen Cham&#228;leon, das in der Lage ist genau das Gewand anzulegen, das sein weibliches Gegen&#252;ber in der jeweiligen Situation maximal zu becircen in der Lage ist.</p>
<p>Und so gibt sie sich ihm letzendlich hin, in der Hoffnung, dass mit ihm das Mehr m&#246;glich ist, dass sie sich so sehr w&#252;nscht.<br />
Dabei &#252;bersieht sie jedoch die Signale von seiner Seite, die - leider mehrdeutig - auch auf seinen Mangel an Beziehungsbereitschaft hinweisen.<br />
Dieses Senden mehrdeutiger Zeichen ist die eigentliche Kunst des Verf&#252;hrers in mittleren Jahren.<br />
Denn, obwohl er sich in seiner vorherigen Beziehung meist geweigert hat seiner Partnerin emotional das zu geben, nachdem es sie so sehr verlangte, hat er doch rational gelernt, welches ihre Bed&#252;rfnisse sind, und setzt dieses Wissen beim Werben um das nachfolgende Weibchen konsequent, wenn auch nicht immer aus b&#246;sem Kalk&#252;l ein.</p>
<p>Und w&#228;hrend sie sich noch einredet, dass er mehr m&#246;chte als nur Sexualit&#228;t und gemeinsame Freizeitaktivit&#228;ten, weil sie seine Signale hoffnunggeschw&#228;ngert so interpretiert, wie sie in ihre Tr&#228;ume passen, so bel&#252;gt er sich selbst (und sie wohl auch) ebenso.<br />
Die Frau, im Willen ihn nicht zu bedr&#228;ngen und ihm Zeit zu lassen auf dem Weg zu ihr, gibt n&#228;mlich ebenso Uneindeutiges von sich.</p>
<p>Rein verbal m&#246;chte auch sie &#8220;es erstmal locker angehen&#8221; und mal &#8220;ganz unbefangen aufeinander zu- und miteinander umgehen&#8221;, w&#228;hrend sie zwischenzeilig zwar zart, aber dennoch relativ unverbl&#252;mt den Wunsch nach seelischer und lebenspraktischer Verschmelzung durchscheinen l&#228;sst.<br />
Ihr m&#228;nnlicher Gegenpart aber blendet diese, in ihren Worten mitschwingende Melodie vollkommen aus, obwohl er meist durchaus in der Lage ist, sie zu h&#246;ren.<br />
Und so lieben sie aneinander vorbei: sie ignoriert seine Signale der Distanz und er die ihren, die mehr N&#228;he bedeuten, und beide reden sich damit etwas ein, das ihr Gewissen beruhigt.</p>
<p>Vielfach enden solche Mikrobeziehungen nach einem &#228;hnlichen Schema: irgendwann kann die Frau den Spagat auf dem schmalen Grat zwischen T&#228;ndelei und Liebe nicht mehr halten. Sie m&#246;chte z.B. &#8220;etwas mit den Kindern gemeinsam unternehmen&#8221;, oder an einem Wochenende mit ihm verreisen, das eigentlich m&#228;nnlichen Kumpaneiritualen vorbehalten ist.<br />
Was immer auch der Ausl&#246;ser ist: f&#252;r ihn ist es das Zeichen der Zeit, endlich auch offiziell Bewusstsein dar&#252;ber zu erlangen, dass er &#8220;nach seiner Trennung noch nicht soweit ist&#8221;, dass &#8220;der Stachel seiner Verletztheit noch zu tief sitzt, um ihm das Vertrauen zu erm&#246;glichen, dass sie unbedingt verdient&#8221;. Er &#8220;m&#246;chte sie nicht verletzen&#8221;, &#8220;es t&#228;te ihm Leid&#8221; und &#8220;&#252;berhaupt war das gar nicht so abgemacht mit den Gef&#252;hlen, die da so pl&#246;tzlich und unerwartet im Spiel sind&#8221;&#8230;</p>
<p>&#8230;womit er ihr elegant den schwarzen Peter zuschiebt f&#252;r die verfahrene Situation&#8230;</p>
<p>Danach summt die Biene weiter zur n&#228;chsten Bl&#252;te, w&#228;hrend die Blume zuvor ihm noch leise hinterherruft: &#8220;Wie konnest Du all diese Dinge so tun und so sagen, obwohl Du doch sowenig f&#252;r mich empfunden hast&#8230;?&#8221;</p>
<p>Und so endet die Geschichte, die auf seinem Sofa mit einem von ihr gehauchten &#8220;Ich mach sowas sonst nie.&#8221; begann und mit seinem &#8220;Es tut mir Leid, aber ich bin noch nicht soweit.&#8221; zum Abschluss kommt.<br />
Auf der Strecke bleibt die Chance, die beide vielleicht gehabt h&#228;tten, wenn ihre Kotfl&#252;gel der Liebe beim Unfall der ersten gro&#223;en Beziehung nicht zum Totalschaden zerdellt worden w&#228;ren&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schulwechsel - ein Infoabend mit&#160;Modellcharakter</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/10/31/schulwechsel-ein-infoabend/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Oct 2006 12:27:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Dies und das</category>

		<category>Mann &amp; Frau</category>

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		<description><![CDATA[Gestern war ein wichtiger Tag.
Der Wechsel meines Sohnes auf die weiterf&#252;hrende Schule steht bevor:
„INFORMATONSVERANSTALTUNG ZUM THEMA WEITERF&#220;HRENDE SCHULE“
stand sperrig auf dem nachmittags noch hastig ausgedrucken Hinweisschild an der T&#252;r zu Mini-Aula seiner Grundschule, die bis auf den letzen Platz prallgef&#252;llt war.
Ich hatte mich mit meiner Exfrau und der Mutter meines Sohnes p&#252;nktlich eingefunden, um den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="float: left; margin-right: 7px" height="130" alt="dialog" src="http://www.onesmallworld.de/netznirwana/wp-content/uploads/dialog.jpg" width="225" />Gestern war ein wichtiger Tag.</p>
<p>Der Wechsel meines Sohnes auf die weiterf&#252;hrende Schule steht bevor:</p>
<p>„INFORMATONSVERANSTALTUNG ZUM THEMA WEITERF&#220;HRENDE SCHULE“</p>
<p>stand sperrig auf dem nachmittags noch hastig ausgedrucken Hinweisschild an der T&#252;r zu Mini-Aula seiner Grundschule, die bis auf den letzen Platz prallgef&#252;llt war.</p>
<p>Ich hatte mich mit meiner Exfrau und der Mutter meines Sohnes p&#252;nktlich eingefunden, um den Ausf&#252;hrungen des Abends zu lauschen.</p>
<p>Mit uns waren sie alle da: die feinen Leute, wie auch die Vorst&#228;nde der Familien aus einfacheren Verh&#228;ltnissen und die zwischen beiden Extremen oszillierenden Nuancen sozialer Gruppenzugeh&#246;rigkeit.</p>
<p>Zehn Jahre alt ist man ja schlie&#223;lich unabh&#228;ngig vom sozialen Status und der Schulbildung seiner Eltern, und so trifft man bei solchen Veranstaltungen einen gesunden Querschnitt aus der Gesellschaft, was ganz normal und auch so okay ist.</p>
<p>Wenn da nicht&#8230;</p>
<p>&#8230;ja wenn da nicht die sechs Hauptst&#246;renfriede w&#228;ren, die aus einer solchen Veranstaltung ein Panoptikum zu machen in der Lage sind, wenn die Moderation nicht unheimlich auf der Hut ist:</p>
<ul>
<li>DER KLUGSCHEISSER,</li>
<li>DER POSSENREISSER und</li>
<li>DER FEINE PINKEL</li>
</ul>
<p>Ganz besonders kritisch kann die Situation werden, wenn sich zwei, oder gar alle drei Charaktere in Personalunion bei einem der V&#228;ter (meistens sind es ja die Herren, die meinen eine Balz auff&#252;hren zu m&#252;ssen&#8230;) zusammenfinden.</p>
<p>Aber auch bei Frauen gibt es das Ph&#228;nomen.<br />
Auch hier kann ich kann grobschl&#228;chtig drei Hauptkategorien ausmachen:</p>
<ul>
<li>DIE BESORGTE HAUSFRAU UND MUTTER</li>
<li>DIE SICH SELBST BEWEIHR&#196;UCHERNDE KARRIEREFRAU und die</li>
<li>IN WOLLSOCKEN UND NORWEGER GEWANDETE &#214;KOTUSSI, MIT SOZIALEM BUWUSSTSEIN</li>
</ul>
<p>Kaum zu sagen, welcher der sechs Typen am schlimmsten zu ertragen ist.<br />
Sicher ist, dass einen gelegentlich das Gef&#252;hl &#252;berf&#228;llt, in einer Comdeyshow zu sitzen, bei der das Publikum der Hauptact des Abends, und die Moderatoren die staunenden und interaktiv mit einbezogenen Zuschauer sind.</p>
<p>So ein Abend war gestern und ich muss sagen: meine Erwartungen und Bef&#252;rchtungen wurden nicht entt&#228;uscht.<br />
Sie waren alle da, so als h&#228;tte man ihnen Freibier versprochen daf&#252;r, dass sie das Festzelt auf dem heimischen Sch&#252;tzenplatz unterhalten.</p>
<p>Es kam zu tumultartigen Zust&#228;nden, weil der Klugschei&#223;er, der Possenrei&#223;er und der feine Pinkel sich permanent ins Wort fielen und sich entweder in der Formulierung der absonderlichsten Thesen gegenseitig &#252;berboten, oder mit kleinen polemischen Spitzen versuchten, die Aussage des anderen ins L&#228;cherliche zu ziehen.</p>
<p>Erw&#228;hnte ich schon, was noch schlimmmer ist als zwei oder drei der M&#228;nnertypen in Personalunion? Nein?</p>
<p>Wenn alle drei Typen in Reinkkultur auftreten und am Tag zuvor eine private Niederlage, oder einen gesch&#228;ftlichen R&#252;ckschlag zu verkraften hatten.<br />
Dann wollen sie sich n&#228;mlich am Abend das Selbstvertrauen wieder aufbauen, das am Tage gelitten hat, und geb&#228;rden sich wie wildgewordene Auerh&#228;hne auf der Balz nach dem Weibchen mit den dicksten Schenkeln&#8230;</p>
<p>Gelegentlich, und nur wenn die M&#228;nner mal eine Atempause machen m&#252;ssen, (so &#228;hnlich wie dicke Wale, die auch von Zeit zu Zeit aus ihrem Prim&#228;relement auftauchen m&#252;ssen, um ihre Lungen wieder mit Luft zu f&#252;llen), melden sich die Frauen zu Wort.</p>
<p>Der Typ „besorgte Hausfrau und Mutter“ stellt gelegentlich Fragen, deren Zusammenhang mit dem Thema des abends nur zu erahnen ist, w&#228;hrend die „sich selbst beweihr&#228;uchernde Karrierefrau“ mit jeder &#196;u&#223;erung raush&#228;ngen l&#228;sst, dass die Schule sich doch bitte ihrem modernen und progressiven Lebenstil als Powerfrau anzupassen hat, und dass nicht sie R&#252;cksicht nehmen muss auf die Vielfalt der schulischen Aufgaben vor dem Hintergrund gravierender sozialer Unterschiede in der Sch&#252;lerschaft.</p>
<p>Der dritte Typ „in Wollsocken und Norweger usw&#8230;“ sagt erstmal nichts.<br />
Kaum dass sie den Mund &#246;ffnet, beschleicht einen das Gef&#252;hl, sie w&#252;rde sich danach erkundigen wollen, ob es in der Schule auch eine Ecke gibt, wo die Sch&#252;ler legal Cannabis konsumieren d&#252;rfen.<br />
Tats&#228;chlich konfrontiert sie einen dann aber doch nur mit den neuesten sozialwisschenschaftlichen und psychologischen Studien zur pubert&#228;ren Entwicklung sozialschwacher Kinder.</p>
<p>TOTAAAAAAL SPANNEND –</p>
<p>Zum Gl&#252;ck d&#252;rfen die Frauen nicht lange reden, weil ihnen die Streithammel von eben das Wort abschneiden, um ihren Kampf um den Preis f&#252;r den &#8220;Am sch&#246;nsten geschwollenen Hahnenkamm des Abends“ wieder aufzunehmen.<br />
Und &#252;berhaupt geh&#246;ren Frauen an den Herd und nicht in eine Diskussion – das ist widernat&#252;rlich. (Das sagen sie zwar nicht, aber es trieft wie altes Frittenfett zwischen ihren Worten heraus&#8230;)</p>
<p>Ganz zum Schluss, als die Wogen schon gegl&#228;ttet und die Flut profilneurotisch zu erkl&#228;render Worth&#252;lsen abgeebbt zu sein scheinen, meldet sich der Totengr&#228;ber jeder Diskussion zu Wort:</p>
<ul>
<li>
<div>DIE LANGATMIGE, WEIT AUSHOLENDE UND JEDEN ASPEKT DES THEMAS AUFS GENAUESTE BELEUCHTENDE LABERTASCHE</div>
</li>
</ul>
<p>Ihre S&#228;tze beginnen meist mit einer Konstruktion der Art:<br />
„AAAAAAAAAALSOOOOOOOO&#8230;“</p>
<p>Leider legte mir meine Exfrau beschwichtigend ihre Hand auf den Unterarm, fiel mir ins Wort und meinte: &#8220;Lass mal gut sein - wir kriegen doch gleich ein Informationsblatt auf dem alles steht&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8230;
</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Existiert Gott? - oder: Die Wette des Blaise Pascal&#8221; gegen &#8220;Ockhams&#160;Rasiermesser&#8221;</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/10/30/existiert-gott-oder-die-wette-des-blaise-pascal-gegen-ockhams-rasiermesser/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Oct 2006 15:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Philosophie</category>

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		<description><![CDATA[„Das ist aber eine gro&#223;e Aufgabe!&#8221; k&#246;nnte man meinen, wenn man den Titel dieses Aufsatzes liest. Zum einen sicher sehr umfangreich, zum anderen nicht f&#252;r jeden verst&#228;ndlich, wenn man wirklich in die Tiefe geht.
Nun zur Beruhigung: Das muss nicht so sein -
Wir ben&#246;tigen f&#252;r eine luftig-leichte Diskussion vier Zutaten:


Einen Teil „Die Wette Blaise Pascals&#8221;
Einen Teil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Das ist aber eine gro&#223;e Aufgabe!&#8221;</strong> k&#246;nnte man meinen, wenn man den Titel dieses Aufsatzes liest. Zum einen sicher sehr umfangreich, zum anderen nicht f&#252;r jeden verst&#228;ndlich, wenn man wirklich in die Tiefe geht.</p>
<p>Nun zur Beruhigung: Das muss nicht so sein -</p>
<p>Wir ben&#246;tigen f&#252;r eine luftig-leichte Diskussion vier Zutaten:</p>
<ul>
<li style="list-style: none"></li>
<li>Einen Teil „Die Wette Blaise Pascals&#8221;</li>
<li>Einen Teil „Ockhams Rasiermesser&#8221;</li>
<li>Eine Prise „Camus&#8221; und</li>
<li>einen Spritzer Existenzphilosophie</li>
</ul>
<p></p>
<p>Die Wette des Blaise Pascal:<br />
Blaise Pascal (1623-1662) war wie viele Denker seiner Epoche ein Universalarbeiter, der sich auf vielen Feldern der Forschung versuchte:</p>
<ul>
<li style="list-style: none"></li>
<li>so erfand er u.a. eine Rechenmaschine,</li>
<li>stellte Untersuchungen zum Luftdruck an (weshalb heute die physikalische Einheit des Druckes nach ihm benannt ist),</li>
<li>hinterlie&#223; mit den „Pensees&#8221; ein B&#252;ndel von ca. 1000 Zetteln mit Fragmenten und Notizen philosophisch-religi&#246;sen Inhaltes</li>
<li>und besch&#228;ftigte sich zudem mit Wahrscheinlichkeitsrechnung</li>
</ul>
<p>
<strong>Seine ber&#252;hmte Wette geht so:</strong></p>
<ul>
<li style="list-style: none"></li>
<li>Man muss sich entscheiden, ob man glaubt, dass Gott existiert, oder eben nicht.</li>
<li>Wenn man glaubt und er existiert, so gewinnt man das Himmelreich.</li>
<li>Existiert Gott nicht, und man glaubt dennoch, so verliert und gewinnt man nichts.</li>
<li>Existiert Gott nicht, und man glaubt nicht, so bleibt es ebenso gleichg&#252;ltig</li>
<li>Wenn Gott jedoch existiert und man sich ihm verweigert, so muss man zur H&#246;lle fahren.</li>
</ul>
<p></p>
<p>Daraus folgt, dass es vern&#252;nftig ist an Gott zu glauben, weil die beiden mittleren M&#246;glichkeiten nichts ver&#228;ndern, und Wert und Unwert der ersten und letzten ja intuitiv einleuchten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun gibt es eine ganze Menge scharfsinniger Einw&#228;nde gegen diese Wette, die z.B. darauf beruhen, dass Gott ein bisschen anders „strukturiert&#8221; ist, als wir glauben.<br />
Wenn wir z.B. unterstellen, dass es Gott egal ist, ob wir glauben und ihn anbeten, aber dass er auf ein moralisch anst&#228;ndiges Leben achtet, so k&#246;nnte der ungl&#228;ubige Gutmensch doch ins Himmelreich auffahren, obwohl ihm der eigentliche Glaube und damit die Verehrung Gottes fehlen.</p>
<p>Ich denke, dass Pascal bei seiner Wette aber weniger eine hundertprozentig logische Absicherung des Argumentes gegen alle Eventualit&#228;ten im Sinne hatte, sondern dass er einfach, wie im 17. Jahrhundert noch ganz normal, das damals vorherrschende Bild Gottes vorausgesetzt hat.</p>
<p>Das w&#252;rde auch eines der cleversten Gegenargumente ein wenig entkr&#228;ften, welches besagt, dass allein die Aus&#252;bung des Glaubens, wie z.B. im Gebet, oder beim Kirchenbesuch im Falle eines nicht existierenden Gottes ein Zeitverlust seien, der einen von wirklich wichtigen Dingen abhielte, was einem Qualit&#228;tsverlust des Lebens gleichk&#228;me.</p>
<p>Im Gegenteil kann man aber auch argumentieren, dass man im vorliegenden Fall ein sinnerf&#252;lltes und gutes Leben f&#252;hrt, w&#228;hrend der berechtigt Ungl&#228;ubige Gefahr l&#228;uft, in einer gro&#223;en Sinnkrise zu existieren und ungl&#252;cklich zu sein.</p>
<p>Halten wir also fest, dass es nach Blaise Pascal sinnvoll ist an Gott zu glauben.</p>
<p><strong>Jetzt packen wir die Sache mal anders an:</strong></p>
<p>Der Mensch im Christentum glaubt an Gott u.a. deshalb, weil er Antworten auf sonst offene, nicht zu l&#246;sende und wohl manchen auch &#228;ngstigende Fragen f&#252;r uns bereith&#228;lt.</p>
<p><a id="more-59"></a></p>
<p><strong>Der gro&#223;e Immanuel Kant hat einmal drei Hauptfragen der Philosophie formuliert:</strong></p>
<ul>
<li style="list-style: none"></li>
<li>Was kann ich wissen?</li>
<li>Was darf ich hoffen?</li>
<li>Was soll ich tun?</li>
</ul>
<p></p>
<p>Wenn man jetzt mal nicht zu penibel ist, so kann man mit ein wenig Denkphantasie tats&#228;chlich viele, wenn nicht alle Fragen der Philosophie einem dieser Punkte zuordnen.<br />
Und wenn man es recht &#252;berlegt, scheint die Religion Antworten f&#252;r alle diese drei Grundfragen zu Verf&#252;gung zu stellen:</p>
<ul>
<li style="list-style: none"></li>
<li>In der Naturwissenschaft sto&#223;en wir u.a. an Grenzen z.B. im Hinblick auf Anfang und Ende der Zeit, oder des Kosmos, oder auf die Frage nach der Beschaffenheit der Materie.</li>
<li>In unserem Leben erfahren wir fast t&#228;glich, wie schwierig es moralisch ist die „richtigen&#8221; Entscheidungen zu treffen. Oft zeitigt der eine Weg, so gut er gemeint ist, neben guten Folgen auch negative Begleiterscheinungen und wirft neue schwere Fragen auf.<br />
Wie gut, dass einem der Glaube Handlungsmaximen liefert.</li>
<li>Und zu Punkt drei, was zu hoffen sei, werfen der uns gewisse, aber zeitlich unvorhersehbare Tod, sowie dessen uns gleicherma&#223;en &#228;ngstigende Bruder, das Sterben, Fragen auf, die der Glaube mit einer Hoffnung beantwortet, die der Atheismus naturgem&#228;&#223; nicht liefern kann.</li>
</ul>
<p></p>
<p>Wir k&#246;nnen also festhalten, dass uns der Glaube mit Antworten auf existentielle Fragen versorgt, die dem Menschen auf den N&#228;geln brennen und die er in der Endlichkeit seines Lebens und seines Geistes sonst nicht beantworten k&#246;nnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das scheint doch ein ganz starkes Argument zu sein:<br /></strong><br />
Dass Gott doch so augenscheinlich wie der Deckel auf den Topf menschlicher Zweifel passt, kann nur daran liegen, dass er dieser Deckel ist, nicht wahr?<br />
Doch nicht so schnell und nicht so voreilig - das Gegenteil kann ebenso gelten:<br />
Der Glaube an Gott scheint deshalb so genau unsere offenen Fragen zu beantworten, weil wir uns ihn genau so konstruieren, dass sich eben jene Fragen positiv f&#252;r uns aufl&#246;sen lassen.</p>
<p><strong>Genau betrachtet, ist die Religion in der Beantwortung von zwei der Grundfragen Kants doch sehr spekulativ:</strong></p>
<ul>
<li style="list-style: none"></li>
<li>Auf die physikalisch-kosmologischen Fragen antwortet die Religion mittels einer Definition, die Gott au&#223;erhalb dieser „Kategorien&#8221; stellt. Gott ist Raum und Zeit nicht unterworfen, sondern sie sind bestenfalls seine Sch&#246;pfung, genauso wie unsere Welt mit ihrer dann raumzeitlichen Struktur - ziemlich clever, wie ich finde&#8230;</li>
<li>Auf die Frage nach der Hoffnung, nach dem Sinn des Lebens und nach dem Tod antwortet der Glaube mit dem ewigen Leben und (im Idealfall) dem Auffahren ins Paradies - sehr sch&#246;n und sehr beruhigend&#8230;</li>
</ul>
<p>
<strong>Kommen wir jetzt zu dem oben erw&#228;hnten Rasiermesser des William von Ockham:<br /></strong></p>
<p>Ockham (1285-1349) war in eine Zeit geboren, in der ein vern&#252;nftiger Zweifel an der Existenz Gottes gar nicht zur Debatte stand. Dennoch war er der erste, der behauptete, dass man &#252;ber Gott nichts wissen, sondern lediglich etwas glauben kann, was damals ziemlich revolution&#228;r war.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was „sein&#8221; Rasiermesser hingegen betrifft, so k&#246;nnte es wom&#246;glich nicht wirklich seines gewesen zu sein, zumal die Grundidee schon auf den ollen Aristoteles zur&#252;ckgeht.<br />
„Ockhams Razor&#8221; besagt vereinfacht formuliert, dass von zwei unbewiesenem Theorien, die beide gleichen Anspruch auf die L&#246;sung eines Problems erheben, diejenige vorzuziehen sei, die weniger Voraussetzungen ben&#246;tigt, um das Problem zu l&#246;sen.<br />
Heute nennt man das auch das „Sparsamkeitsprinzip der Wissenschaft&#8221; - ich w&#252;rde es als ein Gebot zur Verwendung „schlanker&#8221; Theorien interpretieren.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: wenn die Realit&#228;t tats&#228;chlich kompliziert ist, hat die schlanke Theorie Unrecht, Sparsamkeit hin oder her - der Ansatz ist ein rein methodischer.</p>
<p>Auf den Glauben bezogen w&#252;rde das bedeuten, dass „Gott&#8221; eine Hypothese ist, die nicht dem Sparsamkeitsgebot gen&#252;gt, weil der Mensch sich, statt seine Begrenztheit in Existenz und Weltverst&#228;ndnis zu akzeptieren, ein Wesen erschafft, dass diese Grenzen weiter nach au&#223;en, hinter es selbst verschiebt.</p>
<p>Und an der Stelle f&#228;llt es uns sonderbarerweise leicht, genau die Grenzen zu akzeptieren, die wir in unserer direkten N&#228;he nicht dulden.<br />
Insofern w&#228;re Gott eine „unsparsame&#8221; und damit methodisch zu verwerfende Zusatzhypothese, die f&#252;r die Suche nach der Antwort auf die beiden angesprochenen Grundfragen nicht notwendig erforderlich ist.</p>
<p><strong>Ein Taschenspielertrick?</strong></p>
<p>Sieht so aus, aber wie gesagt: nur weil eine Theorie schlanker ist, muss sie nicht richtiger sein. Sie ist nur ein bisschen wahrscheinlicher, weil sie weniger Voraussetzungen ben&#246;tigt.</p>
<p><strong>Doch was ist mit der Hoffnung? Die kann uns doch nur der Glaube geben, oder nicht?<br /></strong><strong><br /></strong>Das stimmt wohl, und damit sind wir wieder so ein bisschen bei Blaise Pascal. Der „Ungl&#228;ubige&#8221; scheint mit seiner Angst und ohne Hoffnung leben zu m&#252;ssen, und hat durch diese B&#252;rde schlechte Karten auf dem Weg zum Lebensgl&#252;ck.</p>
<p>Aber hier kommen unsere Prise Camus und sein „Der Mythos des Sisyphos&#8221; und der Spritzer Existenzphilosophie ins Spiel - auch hierf&#252;r gibt es ein Gegenargument:</p>
<p>Wenn es dem Menschen gelingt, seinen Tod anzunehmen, zu akzeptieren und ihm ins Auge zu sehen, erhandelt er sich f&#252;r den Zweifel eine gro&#223;e innere St&#228;rke, die sich im Leben als ein ebenso gro&#223;es Kraftmoment darstellen kann, wie die Hoffnung im Glauben.</p>
<p><strong>So halten sich die Argumente die Waage:</strong></p>
<p>Nach Blaise Pascal ist es vern&#252;nftig und plausibel an Gott zu glauben, und wenn man Ockhams Rasiermesser herbei zitiert, so wird der Glaube zu einer Art unerlaubten Denkoperation, die uns im Hinblick auf die Welterkl&#228;rung nicht wirklich weiterbringt.</p>
<p><strong>Wer hat recht?</strong></p>
<p>Ich wei&#223; es nicht. Wer wei&#223; das schon. Aber es ist spannend dar&#252;ber nachzudenken (wenn man nicht gerade dabei ist ein Buttebrot f&#252;r seine Kinder zu schmieren, oder einen Kunden gl&#252;cklich zu machen, damit am Monatsende die Kasse stimmt&#8230;)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Midlife&#160;Crisis</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/10/29/midlife-crisis/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Oct 2006 16:04:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Mann &amp; Frau</category>

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		<description><![CDATA[
Ich liebe es, mein Eheweib,
und auch ihren vollen Leib,
Na ja, zumindest im Prinzip,
find ich sie sch&#246;n und hab sie lieb.
Hat um die Augen ein paar Falten,
und ihr BH muss besser halten,
denn ihre Br&#252;ste sind jetzt schlaffer,
und auch die Haut war schonmal straffer.
Ihr Haar ist heute etwas grau,
und rundlicher ihr K&#246;rperbau,
und wo&#8217;s der Haut an Gl&#228;tte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img height="183" alt="schoenmachzeug" src="http://www.netznirwana.de/wp-content/uploads/schoenmachzeug-1.jpg" width="209" /></p>
<p>Ich liebe es, mein Eheweib,<br />
und auch ihren vollen Leib,<br />
Na ja, zumindest im Prinzip,<br />
find ich sie sch&#246;n und hab sie lieb.</p>
<p>Hat um die Augen ein paar Falten,<br />
und ihr BH muss besser halten,<br />
denn ihre Br&#252;ste sind jetzt schlaffer,<br />
und auch die Haut war schonmal straffer.</p>
<p>Ihr Haar ist heute etwas grau,<br />
und rundlicher ihr K&#246;rperbau,<br />
und wo&#8217;s der Haut an Gl&#228;tte fehlt,<br />
wird halt gecremt und auch gegelt.</p>
<p>Der Po, na ja, ist nicht mehr rund,<br />
und die paar Runzeln um den Mund,<br />
sowie am Lid die Kr&#228;henf&#252;&#223;e<br />
betonen eher ihre S&#252;&#223;e.</p>
<p>Mit s&#252;ndhaft teuren Wundermitteln,<br />
die meist sehr schwierig sich betiteln,<br />
bek&#228;mpft sie die Orangenhaut,<br />
die sich an ihren Schenkeln staut.</p>
<p>Ich als Mann hab&#8217;s da viel besser<br />
muss nicht zum Sch&#246;nsein unters Messer,<br />
weil Du als Mann, was sicher ist,<br />
ohne Bauch ein Kr&#252;ppel bist.</p>
<p>Die grauen Schl&#228;fen wie bekannt,<br />
sind m&#228;nnlich und zudem markant,<br />
und fehlt es mal an rechter Steife,<br />
gleicht man das aus mit Charme und Reife.</p>
<p>Das Schnarchen nachts im Ehebett,<br />
klingt nicht so sch&#246;n und so adrett,<br />
doch ist&#8217;s wie meine Stinkef&#252;&#223;e<br />
wohl kein Problem f&#252;r meine S&#252;&#223;e,</p>
<p>die wenn sie&#8217;s Bad poliert und wischt,<br />
mein Haupthaar aus der Wanne fischt,<br />
das langsam, was mich traurig stimmt,<br />
Rei&#223;aus von meiner Kopfhaut nimmt.</p>
<p>Doch hab als Mann, wie ich wohl wei&#223;,<br />
gegen manch Raubbau und Verschlei&#223;,<br />
ein Mittel, das die Schmerzen lindert,<br />
und den Frust des Alterns lindert.</p>
<p>So parallel f&#252;r nebenbei,<br />
zu meinem Eheeinerlei,<br />
such ich mir ‘nen jungen H&#252;pfer,<br />
mit drallem Po und knappem Schl&#252;pfer.</p>
<p>Die wirkt dann wie Erotikd&#252;nger<br />
und macht mich um Jahre j&#252;nger.<br />
Sie k&#252;mmert sich um die Bewegung,<br />
und&#8217;s Weib zuhaus um die Verpflegung.</p>
<p>Doch was ist das, ein scharfer Stich,<br />
durchrast die Brust, ich f&#252;rchte mich.<br />
Mein Herz, es krampft und zuckt gef&#228;hrlich,<br />
pulst nicht nach Plan hei&#223; und begehrlich,</p>
<p>sondern scheint wie wild zu hetzen<br />
und manchmal einfach auszusetzen.<br />
Ich w&#252;nschte meine Frau w&#228;r da,<br />
um mich zu retten - aaaaahhhh&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Denglisch - Krismes vor Dammies (Weihnachten f&#252;r&#160;Sprachanf&#228;nger)</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/10/29/denglisch-krismes-vor-dammies-weihnachten-fuer-sprachanfaenger/</link>
		<comments>http://www.netznirwana.de/2006/10/29/denglisch-krismes-vor-dammies-weihnachten-fuer-sprachanfaenger/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Oct 2006 12:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Nachgedacht</category>

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		<description><![CDATA[Bald ist es soweit.
Weihnachten steht vor der T&#252;r und mit ihm Vorboten in Form leuchtender Kinderaugen, welche morgens die bunte Prospektvielfalt bestaunen, die kleine Kinderh&#228;nde morgens aus der Tageszeitung geklaubt haben, noch bevor Papa auf dem WC einen Blick in dien Sportteil werfen konnte.
Wir haben unseren Jungen gebeten, seinen Wunschzettel fr&#252;hzeitig bereitzuhalten, damit das Christkind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bald ist es soweit.<br />
Weihnachten steht vor der T&#252;r und mit ihm Vorboten in Form leuchtender Kinderaugen, welche morgens die bunte Prospektvielfalt bestaunen, die kleine Kinderh&#228;nde morgens aus der Tageszeitung geklaubt haben, noch bevor Papa auf dem WC einen Blick in dien Sportteil werfen konnte.</p>
<p>Wir haben unseren Jungen gebeten, seinen Wunschzettel fr&#252;hzeitig bereitzuhalten, damit das Christkind sich nicht wieder mit &#252;berf&#252;llten Parkpl&#228;tzen und wild dr&#228;ngelnden <strong>&#8220;Lastminit-K&#228;ufern&#8221;</strong> auf der Rolltreppe rumschlagen muss - vor allem M&#228;nner auf der Jagd nach dem ultimativen Geschenk, mit dem man alle Fehler des Jahres auf einen Schlag wieder gutmachen kann.</p>
<p>Dieses Jahr darf er sich was Besonderes w&#252;nschen haben wir ihm er&#246;ffnet. Das Christkind sei stolz auf ihn, weil er so ein guter Sch&#252;ler ist.<br />
Na ja, au&#223;er Englisch - da hat er ein paar Probleme, obwohl ich das gar nicht verstehen kann. Wenn man seinen Freunden und ihm so zuh&#246;rt scheint alles in Ordnung zu sein mit seinen Fremdsprachenkenntnissen:</p>
<p>Da h&#246;rt man von <strong>&#8220;Friesteil-Sk&#228;tbording&#8221;</strong> , von <strong>&#8220;&#196;kschn-G&#228;ms&#8221;</strong> f&#252;r den <strong>&#8220;Kompjuter&#8221;</strong>, von <strong>&#8220;Pfeil-Sch&#228;ring-Kleienz&#8221;</strong> mit denen man die neuesten <strong>&#8220;Bietz Daunloden&#8221;</strong> kann und letztlich h&#246;rte ich, wie er seinen besten Kumpel aufzog und ihn einen <strong>&#8220;Onlein-Tschankie&#8221;</strong> nannte.</p>
<p>An den Vokabeln kann es also nicht liegen. Es muss was mit der Grammatik zu tun haben. Nun gut; demn&#228;chst ist ja Elternsprechtag, und damit Gelegenheit seine Klassenlehrerin mal danach zu fragen.</p>
<p>Mein Englisch ist ja nicht so toll. Ich kann mich noch grob erinnern, dass <strong>&#8220;Pie&#223;&#8221;</strong> Frieden hei&#223;t und dass eine <strong>&#8220;P&#246;rsching&#8221;</strong> eine Rakete war.<br />
Hat ja auch viel Spa&#223; gemacht damals mit der Trillerpfeife bei Franz Josef Strauss - ein richtiges <strong>&#8220;H&#228;ppening&#8221;</strong> .<br />
Ich wusste zwar nicht richtig worum es &#252;berhaupt ging, aber ich fand das lustig riechende Zeug so toll, von dem man so komische Gef&#252;hle bekam, wenn man es eingeatmet hat. <strong>&#8220;Doop&#8221;</strong> hie&#223; es, glaube ich&#8230;</p>
<p>Aber ich schweife ab&#8230;</p>
<p>Gestern Abend war es soweit und unser Junge brachte uns seinen Wunschzettel:<br />
<strong>&#8220;Hier is mei Wischlist.&#8221;</strong> grinste er, obwohl ich sicher war, dass er nicht notiert hatte, in welcher Zimmerreihenfolge er meiner Frau bei der w&#246;chentlichen Bodenpflege zur Hand gehen wollte. Er lie&#223; sie auf den Wohnzimmertisch gleiten, dr&#252;ckte ihr den Kuss auf die Wange, den er mir wie immer verweigerte, weil er K&#252;sse zwischen M&#228;nnern f&#252;r <strong>&#8220;unkuhl&#8221;</strong> h&#228;lt.</p>
<p><img style="FLOAT: left; MARGIN-RIGHT: 7px" height="132" alt="xbox" src="http://www.netznirwana.de/wp-content/uploads/xbox.jpg" width="199" />Was stand denn da? Mal sehen&#8230;<br />
Ich muss schon sagen - ich hatte Grund stolz zu sein auf meinen Jungen:<br />
Obwohl er doch aus dem Vollen h&#228;tte sch&#246;pfen k&#246;nnen, war er doch sehr bescheiden in seinen Anspr&#252;chen.<br />
Sch&#246;n zu erfahren, dass meine v&#228;terliche Einflussnahme, vor allem im Hinblick auf die immer mehr um sich greifende Konsumsucht der Jugend, hin und wieder doch mal nicht wirkungslos verpufft, und zu einem Umdenken bei dem Jungen gef&#252;hrt hatte.</p>
<p>Als erstes w&#252;nschte er sich eine X-Box:<br />
Wie sch&#246;n, dass er sich etwas selbst Gebasteltes von seinem Vater w&#252;nscht. Ich l&#228;chelte gl&#252;cklich und konnte mir meine Vorfreude im Hobbykeller schon vorstellen, wenn ich f&#252;r ihn am <strong>&#8220;Disein&#8221;</strong> der ultimativen X-Box feilte.</p>
<p><img style="FLOAT: left; MARGIN-RIGHT: 7px" height="100" alt="notebook" src="http://www.netznirwana.de/wp-content/uploads/notebook-1.jpg" width="180" />Dann las ich meiner Frau vor:<br />
<strong>&#8220;N-O-T-E-B-O-O-K&#8221;</strong> -<br />
Da wusste ich gar nicht, was er meinte, aber meine Liebste konnte sich erinnern, dass &#8220;book&#8221; das englische Wort f&#252;r &#8220;Buch&#8221; sei.<br />
Ich liebe meine Frau sehr - wir haben uns damals beim <strong>&#8220;Gruppensechs gegen das Ist&#228;blischment&#8221;</strong> kennen und lieben gelernt.<br />
Ja, ja: <strong>&#8220;M&#228;k Laaf not Wor!&#8221;</strong> war unsere Devise&#8230;</p>
<p>Wir haben dann besprochen, ihn aber zuerst mal zu fragen, welches Instrument er denn nun lernen wolle, was im &#252;brigen ganz neue T&#246;ne von ihm sind -<br />
bisher beschr&#228;nkte sich seine Art Musik zu machen auf das Qu&#228;len seiner <strong>&#8220;Saundmeschin&#8221;</strong> und seines <strong>&#8220;Sappwufers&#8221;</strong> , oder wie das Ding hei&#223;en mag.<br />
Es w&#228;re ja ungl&#252;cklich, Noten f&#252;rs Klavier zu kaufen, wenn er lieber Gitarre lernen wollte&#8230;</p>
<p>Der dritte Wunsch verwirrte mich ein wenig:<br />
Bisher schien er ja nicht soviel auf sein &#196;u&#223;eres Wert zu legen, aber jetzt w&#252;nscht er sich einen - uups, da war dem Jungen aber ein &#252;bler Rechtschreibfehler passiert:<br />
wenn er schon zuk&#252;nftig ein bisschen mehr auf seine Frisur achten wollte, so sollte er das entsprechende Ger&#228;t schon richtig schreiben: mit &#8220;k&#8221; und zwei &#8220;m&#8221;.<br />
<strong>&#8220;Digi&#8221;</strong> ist wahrscheinlich der Name einer Frisur, die nach einer der <strong>&#8220;B&#228;nds&#8221;</strong> benannt ist, deren Krach immer aus seinem <strong>&#8220;Sappwufer&#8221;</strong> dr&#246;hnt.<br />
Ich muss morgen unbedingt mal Willi, meinen Fris&#246;r, oder <strong>&#8220;H&#228;r-Steilist&#8221;</strong>, wie er sich lieber nennt, anrufen und nach dem neuen <strong>&#8220;Tr&#228;nt&#8221;</strong> fragen.</p>
<p>Kurz bevor er dann zu Bett gehen musste, kam der Junge nochmals ins Wohnzimmer gest&#252;rmt und teilte uns mit, dass er noch einen gro&#223;en Wunsch h&#228;tte:<br />
Jetzt war ich baff - nie hatte er Lust sich am Haushalt zu beteiligen, und sogar zum M&#252;ll raustragen musste man ihn wortreich &#252;berreden.<br />
Doch jetzt wollte er schon morgens bei der Zubereitung des Fr&#252;hst&#252;cks helfen.</p>
<p><img style="FLOAT: left; MARGIN-RIGHT: 7px" height="150" alt="eipott" src="http://www.netznirwana.de/wp-content/uploads/eipott-1.jpg" width="200" />Wie sch&#246;n, dass unsere Erziehung endlich fruchtet, und wie lieb und bescheiden der Junge geworden ist. Ich fragte mich nur, warum er unbedingt einen Topf f&#252;r die Fr&#252;hst&#252;ckseier haben wollte, wo wir doch &#252;ber so einen praktischen Eierkocher verf&#252;gen.<br />
Nun gut, wenn er unbedingt will, soll er seinen <strong>&#8220;Ei-Pott&#8221;</strong> bekommen - er ist ja so ein guter Junge.</p>
<p>Aber weil ich so stolz auf ihn bin, kaufe ich ihm einen <strong>&#8220;Empi-drei-Pl&#228;er&#8221;</strong>, damit er seine <strong>&#8220;daungelodeten Bietz&#8221;</strong> auch <strong>&#8220;onserot&#8221;</strong> h&#246;ren kann - den hat er sich redlich verdient.</p>
<p>Der Junge wird vielleicht Augen machen</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Afghanistan und der Aufschrei der&#160;Moralapostel&#8230;</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/10/27/afghanistan-und-der-aufschrei-der-moralapostel/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Oct 2006 13:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Nachgedacht</category>

		<category>Tageszeitung</category>

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		<description><![CDATA[Ein Aufschrei geht durch&#8217;s Land und verurteilt das Verhalten deutscher Soldaten - aber so einfach ist das nicht&#8230;
Moralisieren ist aber der falsche Ansatz.
Da werden junge M&#228;nner - teilweise unfertige Menschen - in Situationen versetzt, denen sie nicht gewachsen sein k&#246;nnen.
Dazu kommt ein Gruppendruck, dem man sich nicht ohne Repression entziehen kann.
Schuld an solchen Vorf&#228;llen sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="FLOAT: left; MARGIN-RIGHT: 7px" height="208" alt="kindwaffe" src="http://www.onesmallworld.de/netznirwana/wp-content/uploads/kindwaffe-1.jpg" width="150" />Ein Aufschrei geht durch&#8217;s Land und verurteilt das Verhalten deutscher Soldaten - aber so einfach ist das nicht&#8230;</p>
<p>Moralisieren ist aber der falsche Ansatz.<br />
Da werden junge M&#228;nner - teilweise unfertige Menschen - in Situationen versetzt, denen sie nicht gewachsen sein k&#246;nnen.</p>
<p>Dazu kommt ein Gruppendruck, dem man sich nicht ohne Repression entziehen kann.</p>
<p>Schuld an solchen Vorf&#228;llen sind erstmal immer die, die durch Krieg solche Eins&#228;tze erforderlich machen und auch diejenigen, die solche Eins&#228;tze (moralisch vertretbar oder nicht) befehlen.</p>
<p>Herr Jung wird von seinem Sessel in Berlin aus sicher nicht den seelischen Druck haben, dem unsere Soldaten in Afghanistan ausgesetzt sind, und wir Sofazapper zuhause schon gar nicht.</p>
<p>Kriegssituationen wirken immer und notwendig &#8220;dehumanisierend&#8221;, und es ist fast zuviel verlangt, dass ein junger Mann, der jeden Tag mit dem Tod konfrontiert ist, sich in jeder Situation als Musterbild moralischer Werte pr&#228;sentiert.</p>
<p>Da bauen sich Dr&#252;cke auf, die wir nicht erahnen k&#246;nnen, wenn wir uns hier &#252;ber drei Prozent mehr Mwst und die Gesundheitsreform aufregen.</p>
<p>Da wird diskutiert, ob man den Soldaten Prostituierte schicken sollte, aber f&#252;r eine anst&#228;ndige psychlogische Betreuung ist nicht gesorgt.</p>
<p>Und da sage mir keiner, dass ein Seelsorger den Jungs helfen kann. Diejenigen, die f&#252;r dessen Worte ein offenes Ohr haben, sind nicht unbedingt als Zeitsoldaten im Schatten des Hindukusch zu finden.</p>
<p>Ich habe vor 25 Jahren den Kriegsdienst verweigert weil ich der Meinung war, dass man in der Armee, wenn sie funktionieren soll, letztlich das Recht moralischer Entscheidungen in die H&#228;nde von Vorgesetzten legen muss, und dass man damit rechnen kann, Dinge tun zu m&#252;ssen, die sich vor dem eigenen Gewissen nicht verantworten lassen.</p>
<p>Um zu beurteilen, zu was selbst (gemessen an Afghanistan) geringer Stress f&#252;hren kann, muss man noch nicht mal Unfallhelfer heranziehen, die nach Flugzeugabst&#252;rzen psychologische Hilfe ben&#246;tigen.<br />
Da gen&#252;gt schon der Reiseleiter, der von 30 w&#252;tenden Kunden bearbeitet wird, weil das Hotel &#252;berbucht ist&#8230;</p>
<p>Man &#252;berlege einmal, wie k&#252;hl Mediziner auf Krebsstationen sein m&#252;ssen, damit sie erstens &#252;berhaupt noch in der Lage sind ihre Arbeit zu tun, und damit sie zweitens diesen Stress seelisch halbwegs schadlos &#252;berstehen k&#246;nnen.</p>
<p>Es hat sich was Luft gemacht bei den Soldaten, sich einen Weg gebahnt aus den Seelen der Kerle nach drau&#223;en.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist das falsch und nat&#252;rlich muss das Konsequenzen haben. Aber es ist grundverkehrt, dass jetzt die Seniorenriege von Politik und Milit&#228;r diese Soldaten aburteilt. Die k&#246;nnen jeden Abend nach Hause zu ihren Familien und ein Fliegenschiss auf der Windschutzscheibe ist eine der gr&#246;&#223;eren Katastrophen, die ihnen widerfahren k&#246;nnen.</p>
<p>Allerdings f&#252;rchte ich, die Staatsr&#228;son wird Opfer fordern, allein schon um die arabische Welt zu beruhigen, und dieses Opfer wird nicht unser Verteidigungsminister sein, dem die b&#246;sen Jungs am Hindukusch den Spa&#223; am und den Stolz auf&#8217;s neue Wei&#223;buch der Bundeswehr verdorben haben&#8230;</p>
<p>Und - eine letze Bemerkung:<br />
Ich glaube nicht, dass 19j&#228;hrige Burschen, die sich zum Dienst bei der Bundeswehr verpflichten, in einer M&#228;nnergesellschaft, die auf Befehl und Gehorsam basiert, wirklich erwachsen werden und moralisch reifen k&#246;nnen, ohne dass ihnen eine Hilfe jenseits der Gehorsamsstruktur der Armee zuteil wird.</p>
<p>Es ist wichtiger nach L&#246;sungen zu suchen, als die Volksseele durch Bauernopfer und durch zur Schau getragene kollektive Abscheu zu beruhigen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Traurig gr&#252;&#223; ich den, der ich h&#228;tte sein k&#246;nnen.&#8221; - oder:  vom Leben im&#160;Konjunktiv</title>
		<link>http://www.netznirwana.de/2006/10/26/traurig-gruess-ich-den-der-ich-haette-sein-koennen-oder-vom-leben-im-konjunktiv/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 11:31:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
		<category>Nachgedacht</category>

		<category>Philosophie</category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.netznirwana.de/2006/10/26/traurig-gruess-ich-den-der-ich-haette-sein-koennen-oder-vom-leben-im-konjunktiv/</guid>
		<description><![CDATA[Wenn wir die Menschen um uns herum betrachten, wie sie in schwierigen Zeiten versuchen ihr Leben zu organisieren, und sich einen Pfad durch das Dickicht wirtschaftlicher und existentieller &#196;ngste und Gefahren zu bahnen, so stellen wir gelegentlich fest, dass sie sich au&#223;erhalb der hektischen Besorgung allt&#228;glicher Gesch&#228;fte zu einer Reise aufgemacht haben.
Irgendwann, frustiert vom Anreiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir die Menschen um uns herum betrachten, wie sie in schwierigen Zeiten versuchen ihr Leben zu organisieren, und sich einen Pfad durch das Dickicht wirtschaftlicher und existentieller &#196;ngste und Gefahren zu bahnen, so stellen wir gelegentlich fest, dass sie sich au&#223;erhalb der hektischen Besorgung allt&#228;glicher Gesch&#228;fte zu einer Reise aufgemacht haben.</p>
<p>Irgendwann, frustiert vom Anreiten gegen die t&#228;glichen Windm&#252;hlen, haben sie innerlich ihr B&#252;ndlein geschn&#252;rt und sich auf den Weg gemacht in eine neue, verhei&#223;ungsvolle Heimat - das Land des Konjunktivs.</p>
<p>Wenn man diese Reisenden antrifft und mit ihnen spricht, so vernimmt man einen Hang zu den f&#252;r den Konjunktiv bezeichenden Vokabeln &#8220;k&#246;nnte&#8221;, &#8220;sollte&#8221; und &#8220;w&#252;rde&#8221;, bzw. wortreichen Ersetzungen derselben, die dann wiederum oft einen sich selbst entschuldigenden Beiklang haben -<br />
eine Entschuldigung daf&#252;r, dass man meint, dem Konjunktiv aus ach so vielen pers&#246;nlichen und fremdbestimmenden Gr&#252;nden nicht entgehen zu k&#246;nnen.</p>
<p>In einer globalisierten und von Ellbogen dominierten Welt wird es zunehmend schwieriger sich selbst kleine Tr&#228;ume zu erf&#252;llen und existentiell dr&#228;ngende Vors&#228;tze in die Tat umzusetzen.</p>
<p><img style="FLOAT: left; MARGIN-RIGHT: 7px" height="168" alt="picca" src="http://www.onesmallworld.de/netznirwana/wp-content/uploads/picca.jpg" width="225" />Andererseits besteht eine gro&#223;e Gefahr unserer bunten Glitzerwelt des Konsums und des lauthals vernehmbaren Werbegeschreies der Konzerne darin, dass uns allt&#228;glich Tr&#228;ume in die K&#246;pfe manipuliert werden, die f&#252;r den gr&#246;&#223;ten Teil der Menschen unerreichbar sind, und die jene, die sich die Bewahrheitung eines solchen Trugbildes unter Anstrengungen erm&#246;glichen k&#246;nnen, seltsam leer lassen, und die keinesfalls die Erf&#252;llung bieten, die uns vorher durch den multimedialen Overkill in Aussicht gestellt worden ist.</p>
<p>Beide Gruppen verbindet die unerf&#252;llte Hatz auf das, was sie f&#228;lschlich f&#252;r traumhaft und erstebenswert halten, eine Jagd auf Chim&#228;ren, die sich Konzerne und falsche Propheten wiederum zunutze machen, um sich an den durch ihr Leben irrenden Menschen weiter bereichern zu k&#246;nnen.</p>
<p>Und so fl&#252;chten sich die Unzufriedenen in eine Welt des &#8220;Vielleicht&#8221;, der hochtrabenden, und Linderung von Hektik und Stress versprechenden Ziele, von denen sie aber weiter entfernt sind als unser Erdball von Alpha Centauri.</p>
<p>Sie sagen:&#8221; Ich m&#252;sste dringend etwas &#228;ndern&#8221;, oder wiederholen gebetsm&#252;hlenartig ihr t&#228;gliches &#8220;Ich w&#252;rde mir einen Traum erf&#252;llen, wenn nicht die Umst&#228;nde so gegen mich w&#228;ren.&#8221;<br />
Das &#8220;sollte&#8221; und &#8220;w&#228;re&#8221;, das &#8220;k&#246;nnte&#8221;, &#8220;m&#252;sste&#8221; und &#8220;w&#252;rde&#8221; werden zur nichtssagenden Terminologie ihrer Existenz, die sich augenscheinlich nur noch im schalen D&#228;mmertraum von einer besseren Welt ertragen l&#228;sst.</p>
<p><img style="FLOAT: right" height="230" alt="bloch" src="http://www.onesmallworld.de/netznirwana/wp-content/uploads/bloch.jpg" width="200" />Der helle, in der Realit&#228;t fu&#223;ende und uns wach f&#252;r die wahrhaft wertvollen M&#246;glichkeiten des Seins machende Tagtraum aus Ernst Blochs &#8220;Das Prinzip Hoffnung&#8221;, und die gesellschaftlich gestalterische Kraft seines Begriffes der &#8220;konkreten Utopie&#8221; haben keine Chance gegen das flache Verlangen nach Zerstreuung und Erl&#246;sung aus dem Jammertal der wirtschaftlichen Angst und der existentiellen Frustration.</p>
<p>Manchmal spielt der Konjunktiv ein sich verstellendes Versteckspiel mit uns und kleidet sich in das Gewand strengerer Vokabeln -<br />
ein &#8220;ich w&#252;rde&#8221; mutiert verbal zu einem &#8220;ich werde&#8221; und ein &#8220;ich m&#252;sste&#8221; zum moralisch st&#228;rkeren, weil keinen Widerspruch zu dulden scheinenden Appell, obwohl tiefinnerlich das resignative Gef&#252;hl schon l&#228;ngst oder immer noch die Oberhand hat.</p>
<p>Den gr&#246;&#223;ten Schritt ab vom Weg zum wahren Gl&#252;ck machen diejenigen, bei denen der Konjunktiv einer der Vergangenheit und keiner der unbestimmten Zukunft ist.<br />
F&#252;r sie wird das &#8220;Wei&#223;t Du noch als wir&#8230;&#8221; und &#8220;Wenn ich noch einmal jung w&#228;re&#8230;&#8221; zum Credo ihres durch den gesellschaftlichen Massendruck als verdorben empfundenen Lebens, und sie berauben sich g&#228;nzlich einer Ver&#228;nderung des zwar als &#252;berm&#228;chtig gef&#252;hlten, aber immerhin noch formbaren &#8220;Was da kommen mag&#8221;.</p>
<p>So streben wir nach Zielen, die keine sind und jagen nach dem Haben, weil wir den Wert des Seins und des Ruhens in uns selbst vergessen zu haben scheinen.</p>
<p>Das gr&#246;&#223;te Verbrechen begehen wir an unseren Kindern, die ebenso schon vom Virus der &#8220;Generation Statussymbol&#8221; infiziert sind.<br />
Da wo wir als Kinder aus bunten Legoquadern die wunderbarsten Kunstwerke schufen, ben&#246;tigen unsere Kinder heute einen 200-Euro Bausatz, der sich ohne eine buchdicke Bauanleitug nicht in etwas Vorzeigbares verwandeln l&#228;sst.<br />
Ihre W&#252;nsche sind bereits vom Statusdenken und nicht mehr von den Grundbed&#252;rfnbissen des Kindseins gesteuert, und es ist unsere Aufgabe, ihnen das zur&#252;ckzuschenken, was wir verloren haben und ihnen aus diesem Grund nicht geben konnten.</p>
<p>Doch manchmal h&#246;ren auch wir leise den Ruf unserer versch&#252;tten Kindheitstr&#228;ume - Tr&#228;ume, die uns Gl&#252;ck verhie&#223;en und Fr&#246;hlichkeit versprachen - Tr&#228;ume, die kein Geld ben&#246;tigten, um realisiert zu werden, die in den kleinen Dingen lagen, der Freude am Spiel, der Freundschaft und Liebe und in der Kreativit&#228;t und der Phantasie.</p>
<p>Es kommt darauf an, dass wir diesen Stimmen wieder Geh&#246;r verschaffen und ihr Versprechen zu leben versuchen, weg von den Dingen, hin zu seelischen Werten, die auf ein Gl&#252;ck jenseits einer durch den Konsum stimulierten fragw&#252;rdigen Zufriedenheit hoffen lassen.</p>
<p>Dazu gibt es keine Alternative, und es d&#252;rfen keine ausweichenden Ausreden ins Feld gef&#252;hrt werden.<br />
Hier muss das unbedingte &#8220;Du bist, was Du tust!&#8221; des Existentialismus gelten, damit wir einen Weg aus den uns aufgezwungenen Irrg&#228;rten des Gl&#252;cks finden, und damit wir endlich aufh&#246;ren bis zum Ende als zweibeinige Absichtserkl&#228;rungen vor uns hinzuleben&#8230;</p>
<blockquote>
<p>&#8220;Der Mensch lebt noch &#252;berall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor Erschaffung der Welt, als einer rechten. Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das hei&#223;t sich an der Wurzel fassen. Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und &#252;berholende Mensch. Hat er sich erfa&#223;t und das Seine ohne Ent&#228;u&#223;erung und Entfremdung in realer Demokratie begr&#252;ndet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.&#8221;</p>
<p>- Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung -</p>
</blockquote>
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