Katar-Skandal: FIFA lässt Beckenbauer exkommunizieren

(Zürich/Rom) Wie aus Kreisen der FIFA verlautete, hat Sepp Blatter seine morgigen Termine in Brasilien abgesagt und ist überstürzt nach Rom abgereist. Wie es heißt, trifft er am Nachmittag im Rahmen einer Einzelaudienz auf Papst Franziskus, um über eine Exkommunikation Franz Beckenbauers zu verhandeln. Beckenbauer hatte sich im Vorfeld geweigert, mit der FIFA-Ethikkommission über eine etwaige Verstrickung in die Korruptionsaffäre bezüglich der Fußball-WM 2022 in Katar zu sprechen.

Da eine vorübergehende Sperre für 90 Tage, die jegliche Fußballaktivität bis hin zum privaten Besuch der WM-Spiele in Brasilien untersagt, offenbar nur Hohn und Spott zur Folge hat, überlegt man nun, Franz Beckenbauer aus der katholischen Kirche auszuschließen. Auf die Blatter-Reise angesprochen meinte der Bayern-Ehrenpräsident zu Netznirwana-online: „Da werde ich wohl nächstes Jahr die Lizenspielertruppe zu einer Alpenüberquerung zusammentrommeln müssen, um einen Betriebsausflug nach Canossa zu unternehmen.“

Joint Venture zwischen Kirche und FIFA ins Auge gefasst

Neben der Affäre Beckenbauer soll es bei den Gesprächen zwischen dem Papst und Sepp Blatter auch darum gehen, die Kirche für die ehrenamtliche Abstellung von Ministranten zu gewinnen. Diese sollen dem Publikum während der Spiele kleine Ablasshandel und einen Segen des Heiligen Vaters anbieten. Die Einnahmen aus diesen Aktionen sollen zwischen FIFA und Kirche geteilt werden. Außerdem, so wird hinter verschlossenen Türen kolportiert, sollen weitere Ministranten in den  Stadien sowohl die Kassenhäuschen besetzen, wie auch im Verkauf von Snacks und Drinks und im WC-Service eingesetzt werden, um die finanziell angeschlagene FIFA zu entlasten.

Im Gegenzug erhält die katholische Kirche das Recht, in ihren Kirchen auf Kommissionsbasis Karten zu fußballerischen Großereignissen zu verkaufen und entsprechendes Merchandising zu betreiben. Vom Verkauf von Vuvuzelas wolle man jedoch absehen, um die Ruhe der Gläubigen nicht zu stören.

„Die Kirche muss zuerst ihre Hausaufgaben machen“

Auf Anfrage teilte der Vatikan mit, man würdige mit der Zusammenarbeit das ethisch einwandfreie Gebaren der FIFA in den letzten Jahren und sähe im geplanten Joint Venture große Chancen für beide, neue Mitglieder zu gewinnen und die humanistische Arbeit beider Organisationen auf finanziell tragfähige Füße zu stellen. Ob es mittelfristig zu einer Fusion kommen könne, ließ ein Sprecher der FIFA im Interview offen. Zuerst müsse die Kirche mal ihre Hausaufgaben machen und ihre vielen Skandale aufarbeiten. Ein Zusammengehen sei erst dann möglich, wenn die Katholikenorganisation einen vergleichbar hohen ethischen Standard wie die Fußballervereinigung erreicht habe. Bis es soweit sei, wolle man sich auf eine wertschätzende und erlösstarke Zusammenarbeiten fokussieren – zum Wohl des Fußballs und des katholischen Glaubens in der Welt.

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