Femen-Aktion auf Sexmesse offenbar Schlag ins Wasser

Femen auf Sexmesse

(Gelsenkirchen) Scheinbar motiviert durch ihre öffentlichkeitswirksamen Aktionen im TV-Studio von Markus Lanz und dem Kölner Dom, kam es gestern zu einem Zwischenfall auf der Vulva 2014, der allmonatlich stattfindenden, größten Sexmesse des Ruhrgebiets.

Als Ordensschwestern vermummt stürmten fünf Angehörige der deutschen Femen eine zeitweilig verwaiste Bühne und protestierten gegen die zunehmende Diskriminierung der Missionarsstellung in der Pornoindustrie. Angelockt durch eine kleine Menge Zuschauer, die, unter einem lauthals skandierten „Aaausziiiehn!!!“, zum Ablegen der Habite aufforderten, versammelte sich innerhalb weniger Minuten eine größere, vornehmlich aus Männern bestehende, Menschentraube um die Bühne im hinteren Bereich der Messehalle.

Als die Femen der Aufforderung des Mobs schließlich nachkamen, verlor sich das Interesse jedoch schnell wieder. „Silikonfreie Brüste, kurze Fingernägel ohne French und Straßenköterblond ohne Extensions – das sind doch gar keine richtigen Frauen“, so ein junger Zuschauer, der mit seinem Schachclub Verklemmter Freibauer 1996 eigens zur Vulva aus Stralsund angereist war. „Und die Strips auf der Bühne habe ich mir auch geiler vorgestellt.“
Erst als einige der, meist angetrunkenen, Messebesucher wegen des ihrer Ansicht nach zweitklassigen Unterhaltungsprogramms den Eintritt zurückverlangten, ließ die Messeleitung die fünf Frauen unter dem Gejohle der verbliebenen Umstehenden von der Bühne entfernen.

Ralf Boeser-Schläger, örtlicher Leiter der Einsatzgruppe von Köttel Security: „Mir ist schleierhaft, wie die Fünf, ohne Eintritt zu zahlen, in die Halle gelangen und eine Bühne entern konnten. Offenbar hat unser Personal angenommen, es handele sich um eine Werbeaktion für Hinter Klostermauern wird georgelt.“ Schläger weiter: „Immerhin gewinnt der Streifen dieses Jahr den Goldenen Dödel von Schalke für das innovativste Konzept im erotischen Film 2013.“

Auf Anfrage der Weib-Redaktion ließ Frank Norbert Furter, Chef-Headhunter der deutschen Femen verlauten, dass es eine frauenfeindliche Schande sei, die Missionarsstellung in Pornos immer häufiger durch Positionen zu ersetzen, bei denen, so Furter, „die Frau, die ganze Arbeit fast allein zu erledigen habe.“ Dem weiblichen Geschlecht neben Hausarbeit, Kindererziehung und 40-Stunden-Job zusätzlich noch extrem anstrengende Sexualakte aufzunötigen, sei im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß, hieß es in einer weiteren Erklärung aus der Femen-Zentrale.

Silke Lilli Konrad, die operative Leiterin der Femen-Aktion am Samstagabend, wollte sich nicht weiter zur missglückten Aktion auf der Vulva äußern. Das sei allein Sache der Vereinsführung. Ihr sei aber klar geworden, dass es ohne Spenden aus der Bevölkerung unmöglich sei, alle Femen mit einer werbewirksamen Basisausstattung zu versehen. Konrad im Interview: „Seit das günstige Industrie-Silikon vom Markt ist und die zweitklassigen thailändischen Nagelstudios wegen anhaltend hoher Nachfrage Mondpreise verlangen, müssen wir immer häufiger unzureichend vorbereitetet Genossinnen zu kritischen Aktionen schicken.“ Da helfe auch das gegenseitige Verflechten von Pferdehaar vor den öffentlichen Auftritten wenig. Man werde halt zu sehr auf die Brüste reduziert und habe da offensichtlich zu wenig zu bieten.

Bis das nötige Kapital beisammen sei, werde man sich wesentlich auf Aktionen in christlichen Kirchen und islamischen Ländern konzentrieren, wo bereits die pure Zurschaustellung von naturbelassenen Brüsten an sich einen Affront gegen den Massengeschmack bedeute.

„Wenn die Femen schon nichts ändern können, so wollen sie doch wenigstens auf die Bildschirme und Titelseiten“, äußerte sich Konrad. Im Fernsehen gäbe es so viele Sänger ohne Stimme und Mimen ohne Schauspieltalent – da käme es auf ein paar Aktivistinnen ohne Wirkung und modernen Sex-Appeal auch nicht mehr an.

Bildquelle: Peter Smola  / pixelio.de

Ruhseln

ruhselnDer Mensch ist nur ein durchlaufender Posten in der großen Rechnung des Universums. Manche glauben aber scheinbar, durch Wuseln verhindern zu können, dass sie wieder atomisiert werden. Ist es tröstlich zu wissen, dass eines unserer Atome später vielleicht in einem Stern seinen Dienst verrichtet oder im Herzen eines großen Künstlers? Wer weiß, es könnte ja auch ein Verkehrsschild sein, eine Kloschüssel oder von allem etwas.

Manche wissen ja schon nicht, was ihre Atome zurzeit so treiben. Ich glaube, das sind die, die wuseln. Vermutlich glauben sie auch, nicht nass zu werden, wenn sie nur schnell genug unter den Regentropfen weglaufen. Aber sind die anderen besser dran? Ich kenne ein paar, die nur deshalb in sich ruhen, weil sie keinen besseren Platz finden, obwohl sie vermutlich einen nötig hätten. „Ruhseln“ ist sicher eine gute Idee. Ich probier das mal aus. Aber zuerst gehe ich in mich, bevor ich aus mir rausgehe… Wir sehn uns im Panoptikum… Bis bald…

Neue Suchmaschine findet Haushaltsgegenstände

GuglhupfAm 1.11. geht mit Gugl Things eine neue Suchmaschine an den Start, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Haushaltsgegenstände zu finden. Ob Sie einen Schlüssel verlegt haben, Ihre Sonnenbrille nicht mehr auffinden oder dringend ein Tampon benötigen – Gugl findet alles in Sekunden.

Ihre Wohnung muss einmal gründlich durch einen NSA-Crawler indiziert werden. Danach läuft der Scan nach neuen Gegenständen automatisch einmal die Woche zu einem von Ihnen festgelegten Zeitpunkt.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll Gugl Existence den Suchmaschinenmarkt erobern. Dann wird es möglich sein, nach etwa „Liebe meines Lebens“ oder „Das große Glück“ zu suchen und diese zu finden.

Mit Gugl Existence ist nach Angaben des Anbieters jedoch nicht vor 2015 zu rechnen. „Die Algorithmen sind extrem komplex und die Bedürfnisse und Wünsche der User schon im Testbetrieb teils extrem unrealistisch. Aber wir arbeiten mit Hochdruck am sogenannten God-Mode, der die Suche erheblich verbessern soll“, heißt es aus dem Kreis des Programmierteams. Wir von netznirwana sind gespannt und halten unsere Leser auf dem Laufenden.

NSA-Affäre: Papst unter Terrorismusverdacht

Nach Erkenntnissen der NSA handelt es sich bei den „Himmlischen Heerscharen“ um eine verdeckt operierende paramilitärische Guerilla-Truppe, die unter der Leitung des Heiligen Geistes an Pfingsten 2014 das amerikanische Volk während eines Luftangriffs mit erzieherischen Feuerzungen angreifen wird.
kuriopapstversteck

Papst Franziskus, als Vertreter Petrus auf Erden, habe es sich zur Aufgabe gemacht, zuvor die Welt analog zu Motiven Lenins mit christlichem Gedankengut zu destabilisieren, heißt es in einem Geheimpapier der Nosy- Snooper-Association NSA (Verband neugieriger Schnüffler), das unserem Magazin aus dem engsten Umfeld Edward Snowdens zugespielt wurde.

Die sieben Plagen der Apokalypse

An gleicher Stelle heißt es auch: „Zu diesem Zweck schürt die katholische Kirche die Angst vor den sieben Plagen der Apokalypse“ – (als besonderer Service für unsere Leser hier exegetisch ausinterpretiert für das 21. Jahrhundert):

1) eklige Geschwüre (Hedge Fonds, Lehman Brothers, Ratingagenturen und Inkassounternehmen),
2) Meerwasser wird zu Blut mit dem Absterben der Meeresfauna (besonders an den Abwasserrohren türkischer Hotels),
3) Fluss- und Quellwasser verwandeln sich in Blut (alkoholfreies Bier wird flächendeckend angeboten),
4) Verbrennen der Menschen durch die Sonne (die Engländer leiden als erste: auf Kreta, Rhodos und Kos),
5) Verfinsterung des Himmels (tritt bereits jeden Abend ein, was beweist: Die Apokalypse ist nah),
6) Austrocknung des Euphrat (was die Anwohner des blutigen Rheins eher peripher tangiert) sowie
7) ein riesiges Erdbeben, begleitet von üblem Hagelschlag (mit entsprechenden Folgen für die PKW-Versicherungswirtschaft in Süddeutschland).

Präsident Obama besorgt: „Christliche Propaganda auf Hochtouren“

Präsident Obama zeigt sich extrem besorgt, weil cineastische christliche Propagandaschinken, wie beispielsweise „Die Ritter der Kokosnuss“ den Einsatz einer „Heiligen Handgranate“ ankündigen und weil katholische Würdenträger bereits in früheren Generationen als „Maschinengewehr Gottes“ tituliert wurden. „Die christliche Propaganda läuft längst auf Hochtouren“, so Obama in seinem Bericht zur Plage der Nation und setzt hinzu: „Die Kreuzzüge und die Inquisition beweisen, dass die Katholische Kirche eindeutig einen kaum verhohlenen militanten Imperialismus vertritt, dem entschieden entgegengewirkt werden muss.“

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Niete im Bett (reloaded)

Sensual eveningKaum etwas gibt ein Mann weniger gern zu, als dass er ein schlechter Autofahrer ist.
Auch ich halte mich für einen sicheren und versierten PKW-Lenker, ausgestattet mit der Reaktionssicherheit eines Michael Schumacher und den Instinkten eines Walter Röhrl.

Davon lasse ich mich auch nicht so leicht durchs Fernsehen abbringen – schnell fahren kann ich auch, und um die Kurve schlittern und schleudern fällt mir auch nicht schwer, wenn mir das ESP auch manches Mal ein bisschen Hilfestellung leistet, sofern ich mal wieder meinen Bleifuß einen Tick zu lange auf dem falschen Pedal hatte. Überhaupt sind die Straßen zu schmal, die Kurven zu eng, und Fußgänger sollten die Fahrbahn nur an wenigen genau gekennzeichneten Stellen überschreiten dürfen, um den Verkehr nicht zu gefährden.

Aber ich schweife ab – wahrscheinlich um mich um ein Geständnis zu drücken, das mir seit ein paar Tagen auf der Seele lastet: ich bin vermutlich eine Flasche im Bett – und wer jetzt glaubt, ich, als typischer Mann, dächte dabei an einen brandheißen Molotowcocktail, der sieht sich getäuscht.
Offenbar bin ich eher ein Exemplar der Marke „Offene Cola, die zu lange in der Sonne gestanden hat“. Wie ich darauf komme? Gut, ich will es erklären.

Ich bin eine Nachteule und habe früh am Abend einen toten Punkt, der mich gegen 21:00 Uhr auf dem Sofa ins Röchelkoma fallen lässt. Männer kennen das: Kopf nach hinten, Garage auf und Platons Höhlengleichnis geben, während aus dem Rachen ein Geräusch von industrieller Kläranlage nach außen dringt. Zum Glück hält dieser Zustand nicht so lange an, bis Schwalben beginnen ihr Nest in der sich einladend öffnenden Höhle zu bauen, und gegen 22:00 Uhr bin ich dann wieder so fit wie ein Turnschuh, während der ausgetrocknete Gaumen dafür sorgt, dass ich auch in etwa so rieche. Also schnell ab ins Bad, Zähne putzen und… Aber ich schweife schon wieder ab…

Also raus mit der Sprache: „Niete im Bett (reloaded)“ weiterlesen

Barack Obama gibt Kochbuch heraus

Wie die Zeitschrift Essen & Trinken meldet, soll dieser Tage ein Kochbuch aus der Feder des amerikanischen Präsidenten Barack Obama erscheinen.

Das in aufwändiger Fadenbindung hergestellte Werk enthält Rezeptspezialitäten aus Hamburg und seiner Umgebung und erscheint im renommierten Verlag NSA Press Washington. Die Hamburger Spitzenköche Steffen Henssler und Christian Rach zeigen sich angetan von Obamas Küchen-Erstling. „Solide Hamburger Regionalküche“, so Rach. „Etwas mehr Pfiff hätte den Rezepten gut getan“ meint Henssler und legt den Finger in eine offene Wunde: „Wo zum Teufel hat der Kerl die Rezepte her?“

Angela Merkel lobt das Werk als ein weiteres Zeichen der Deutschlandverbundenheit des amerikanischen Regierungsoberhauptes. Zitat Merkel: „Schön, die Rezepte meiner Heimatstadt in amerikanischen Küchen zu wissen. Einige könnten glatt aus den Einkauflisten stammen, die ich meinem Mann per SMS sende, wenn ich es mal selbst nicht zum REWE schaffe.“

Kaffeefahrt ins Internet

Was schon Vergil seinen Lakoon sagen ließ: „Timeo Danaos et dona ferentes: Ich fürchte die Danaer, selbst wenn sie Geschenke bringen“, sollte auch uns warnen: Kostenlose Angebote im Internet sind oft Danergeschenke mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen.

Lenin mit und ohne TrotzkiWir müssen uns doch sehr fragen, wie gerade wir Älteren, die wir die DDR noch kennen und noch etwas von Geschichte wissen – über Nazideutschland, Mussolinis Italien, Pinochets Chile, Baby Docs Haiti, Idi Amins Uganda (die Liste ließe sich endlos fortsetzen), uns der Beeinflussung durch das Internet aussetzen, als hätten wir nie davon gehört, wie gefilterte Informationen Menschen manipulieren können.

Im Augenblick kämpfen wir Individuen einen Kampf gegen Politik und Wirtschaft um frei verfügbare und, soweit möglich, objektive Information im Internet.
Wer das Internet beherrscht, bestimmt, welche Informationen wir erhalten, auf deren Basis wir unsere Meinungen bilden und unsere Überzeugungen entwickeln. In totalitären Staaten dominieren technische Zensurverfahren, in der freien Welt geschieht dies weitaus subtiler.

Hier regiert das „Prinzip kostenlos“ und funktioniert über verlockende Angebote, die unsere Matrix im Kopf so befüllen oder auch leeren, wie ihre Initiatoren es wünschen. Gleichzeitig werden wir verführt, teils intime Informationen über uns preiszugeben, von denen nur die Blauäugigsten annehmen können, dass wir „nur ein bisschen personalisierte Werbung, die keinem wehtut“ dafür erhalten.

Der Trick mit der Kaffeefahrt

Das funktioniert wie bei einer Kaffeefahrt und der Deal ist perfide: Während wir noch glauben, gegen ein paar Daten auf kostenlosem Weg bereichert zu werden, beutet man uns bereits aus und nutzt die gewonnene Information dazu, uns noch subtiler manipulieren und ausbeuten zu können. Hier handelt es sich um eine Spirale, in der das Individuum nur verlieren kann, obwohl es sich auf einer Gewinnerstraße wähnt. Die Kunst der Profiteure liegt einfach darin, die Ströme der User zu den Orten zu leiten, an denen ihre Werkzeuge greifen und die Nutzer von den Plätzen fernzuhalten, die freie Information möglich machen. Dabei ist unsere Abhängigkeit das Analoge zum abgelegenen Landgasthof, von dem man nicht mehr weg kann, bis auch die letzte Heizdecke an den letzten endlich weichgeklopften Gallier verhökert ist.

Machen wir es wie die Profis unter den Kaffeefahrtenfans: Die Leistungen der „digitalen Busunternehmen“ mitnehmen, unsere Kritikfähigkeit und Widerstandskraft aber zu bewahren – und vor allem: bei wichtigen Fragen mehrere sicher unabhängige Quellen zu bemühen. Genießen wir die Kommunikation, den digitalen Schinken und die anderen fadenscheinigen Geschenke – lassen aber „Powervital“, den „EnergieMeister“ und „Orthomagon“, die Wundermatratze links liegen.

Und wenn wir wirklich gute Information suchen, gehen wir zum Fachhändler unseres Vertrauens, statt sie unreflektiert von zwielichtigen fliegenden Ganoven als Ramsch an der Haustür zu kaufen.

Tebartz-van Elst modernisiert den Heiligen Stuhl

(Vatikan) Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, hat Papst Franziskus eine weitreichende Entscheidung zum Verbleib von Tebartz-van Elst in der Kurie getroffen. Als Truchsess der päpstlichen Tafel zeichnet der Limburger zukünftig für eine weitreichende Modernisierung des Heiligen Stuhls verantwortlich.

In einer geheimen Sitzung konnte der Bischof den Heiligen Vater, der als Verfechter einfachen Lebens gilt, davon überzeugen, in der päpstlichen Kantine zukünftig hochwertigere Lebensmittel anzubieten. Den Anfang der Aktion „Jüngstes Gericht“ machen Kobe-Rind, Beluga-Kaviar und Trüffel aus dem Perigord. Als Tafelwein soll künftig ein Château Lafite-Rothschild von 1787 die Speisefolge komplettieren. Finanziert werden soll die Maßnahme über den sogenannten Peterspfennig, eine Zuwendung der Gläubigen an den Papst, die im 8. Jahrhundert erstmals freiwillig durch die Angelsachsen entrichtet wurde, die ihn heute als Engländer der EU zu Reparationszwecken vorenthalten.

Sollten sich die Maßnahmen des Limburger Finanzgenies als erfolgreich erweisen, ist die Gründung einer päpstlichen Holding, der „Kurios AG“, geplant, unter deren Ägide eine umfangreiche Renovierung des Petersdoms ins Auge gefasst werden soll. Unter anderem soll dieser eine hochmoderne Seelenabschussrampe und einen nicht minder innovativen Aufzug zum Erdmittelpunkt erhalten, um der himmlischen Jurisprudenz künftig lästige Pflichtaufgaben abnehmen zu können. Desweiteren ist beabsichtigt, das Papamobil tieferzulegen und mit Karbonspoilern, die den Flügeln namhafter Erzengel nachempfunden sind, auszustatten. Als weiteres Highlight ist als Austauschmotor ein aktuellen Formel-1-Aggregat aus Maranello geplant. Tebartz-van Elst wird hier federführend mit José Ignacio López de Arriortúa zusammenarbeiten, der bereits bei General Motors und Volkswagen für bestmöglichen Einkauf durch maximale Repressalien überzeugen konnte. Der Spanier vielsagend: „Wäre doch gelacht, wenn wir Fiat den Motor nicht abluxen könnten.“

Die Gläubigen und Gläubiger in Limburg erhalten zum Ausgleich für den Weggang des großen Renovators während der Messen künfig einen „Bianco Vigneti delle Dolomiti IGT“ des bischöflichen Genrallieferenten ALDI (Literpreis € 2,19) und eine regionale Käseplatte zur freien Verköstigung. So erhofft sich der Vatikan, die Herzen der Limburger Zweifler zurückzuerobern. Außerdem ist ein weitreichender Sündenerlass geplant, der derzeit im Rom als Geheimsache „Wer’s glaubt, wird selig“ gehandelt wird. Leider ist auf Nachfragen von Kurio das päpstliche Generalsekratariat derzeit für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

„Kannst Du mir mal den Sportteil geben?“ – oder schade, dass man ein Tablet nicht teilen kann

Aber … Charme ist was anderes. Der Duft einer Zeitung beim Frühstück hat etwas Betörendes und gibt dir das Gefühl, Du hast nicht nur die Welt, sondern auch die Welt am Tisch (zumal die Zeitung fast so dick wie der olle Diercke ist, den viele noch aus der Schule kennen). Auch das Hin- und Her- und Zurechtfalten des Papiermonsters ist nicht einfach nur lästig. Es hat etwas von einem sportlichen Akt. Der gesamte Oberkörper ist beteiligt, und die ganze Aktion erfordert so viel Koordination wie ein Korbleger beim Basketball in bedrängter Situation. Dabei verbreitet sich der feine Geruch der Nachrichten im Raum und verbindet sich mit dem Kaffeeduft zu einer olfaktorischen Melange, die unglaublich nach Zuhause duftet.

Und wenn Du nicht alleine frühstückst? Ich erinnere mich noch an die Zeiten, wo es hieß: „Kannst Du mir mal den Sportteil geben?“ oder zu denen man zuerst nach dem Vermischten aus aller Welt suchte, um mit diesem kleinen Aufwärmprogramm einen lockeren Einstieg in die wichtigeren Themen zu finden. Und ganz gleich, ob man das Gewünschte aus dem Papierpacken herauszog, um den Rest weitestgehend unbehelligt wieder am Tischrand zu platzieren oder ob man das Blatt erst sezierte, es fachgerecht in seine Einzelteile zerlegte, um die säuberlich gestapelten Rubriken später Schicht für Schicht abzutragen … wir alle hatten und haben unsere Rituale mit diesem lebendigen Ding aus Zellulose, Druckertinte, Schreibkunst und den Neuigkeiten aus aller Welt.

Ich werde diese vier Wochen genießen und werde die Zeitung nach dem Frühstück im Wohnzimmer herumliegen lassen, nur scheinbar achtlos, aber an einem Platz, an dem sie mir davon erzählt, dass hier mein Zuhause ist – mit der Welt zu Besuch …

Die Wahrheit liegt auf dem Platz

StadionOtto Rehagel ist ein Fußballweiser. Aber damit steht er nicht allein. Nahezu jeder, der sich am Wochenende ein Fußballspiel live oder am TV ansieht, hält sich für ebenso kompetent.

Schlimmer noch: Alle wissen alles besser. Und alle fordern sofort und zuerst den Kopf des Trainers, wenn der eigene Verein nicht den Erfolg hat, den sich der Zuschauer wünscht.

Wenn ein paar Spiele verloren gehen, werden die Helden von vor ein paar Wochen in den Herzen der Fans plötzlich zu arbeitsscheuen Ackergäulen. Auf der Tribüne regt sich der Unmut in Form von verbalen Pöbeleien, wenig schmeichelhaften Spruchbändern und geworfenen Sitzkissen. Trainer und Spieler werden allzu schnell der Arbeitsverweigerung bezichtigt, obwohl sie nur Formschwankungen unterliegen, die im Arbeitsprozess immer mal wieder vorkommen können. Und auch die Zuschauer selbst sind im Beruf nicht frei davon, wenn sie ehrlich sind.

Dabei vergessen die Fans oft ein paar grundlegende Tatsachen. Verdiente Millionen machen nicht per se schneller, nicht stärker und nicht automatisch erfolgreicher. Insbesondere geben sie nicht mehr Anlass dazu, alles zu geben, als es die Löhne und Gehälter der Zuschauer tun. Denn ob ein paar Millionen oder ein paar Tausend Euro pro Jahr: Ich bin immer verpflichtet, für mein Geld alles zu geben. Und nur daran sollte das Stadionrund die Spieler messen. „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ weiterlesen