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Der Schnarchkönig…

schnarch

Was schnarchst Du so laut bei Nacht und Wind? -
Es sind die Rachenmuskeln, die schwächlich sind. -
Dreh Dich zur Seite auf Deinen Arm -
Ach Frau dann stört Dich die Luft aus meinem Darm. -

Geliebter, stört es Dich selber nicht? -
Kaum mehr, als abends Dein Leselicht. -
Dein Sägen macht mich museumsreif -
Und mir wird auf der Seite der Nacken steif. -

Jetzt dreh Dich bitte doch weg von mir. -
Ein Küsschen zur Nacht noch, schenk ich Dir. -
Ob’s ruhig jetzt wird, da ich bin gespannt. -
Wenn nicht, so hau mit der flachen Hand… -

Dann tu ich Dir weh - und das will ich nicht. -
Dann bleibt er wohl ewig, der Grund für’s Gedicht. -
Ich glaub, dass zu lang wir verheiratet sind. -
Was ich mitunter genauso empfind… -

So musst Du wohl aus dem Zimmer gehn! -
Ich hab es befürchtet und kommen sehn. -
Was könnte ‘ne andere Lösung sein? -
Zieh DU in den Keller und lass mich hier sein! -

Mein Mann, Mein Mann, welch böses Wort,
erst schnarchst Du mich voll, dann schickst Du mich fort? -
Mir bleibt keine Wahl für Dich liebe Frau,
ich bin hier der Hausherr, das weißt Du genau. -

Der Mangel an Schlaf, er macht mich schnell alt. -
Jetzt schweig endlich Frau, sonst mach ich Dich kalt. -
Mein Mann, oh Gott, wie fasst Du mich an?
Ich helfe Dir jetzt, so gut ich es kann. -

Die Frau sie stöhnt, ihr Blut rötlich rinnt,
weil ihm die Nerven glatt durchgebrannt sind.
So schnarcht er friedlich im Morgenrot,
an seiner Seite die Frau ist tot…

altertuemchen“Was willst DU denn auf einer Ü30-Party?” musste ich mich letztlich fragen lassen, als ich meiner Freundin Mitteilung von der Idee meines besten Freundes machte, wie der letzte Samstag rein männerfreundschaftstechnisch zu begehen sei.

Nun muss man wissen: ich bin 44 und erfülle damit zumindest die von den Ausrichtern geforderte Grundbedingung zum Besuch eines solchen profilneurotischen, weil vorwiegend marktwertbestimmenden Großereignisses - doch fand ich es irgendwie klüger, ihre nicht ganz ausschließlich rhetorisch gemeinte Frage auf das vermutlich übergroße Angebot paarungswilliger und mehr oder minder alleinstehender Frauen zurückzuführen, statt es als einen Hinweis auf meine doch schon erheblich fortgeschrittene Zahl an Lenzen zu schieben.

Natürlich weiß ich noch aus Zeiten, in denen mich vor dem Verlassen des Hauses keine langwierigen Dehnübungen und der vorbeugende Genuss elektrolythaltiger Speisen und Getränke vom größtmöglichen Einsatz bei der Körperpflege abgehalten haben, dass die beste Gelegenheit für einen annähernd Vierzigjährigen, eine Frau von Mitte 20 in die heimische Bettstatt zu manövrieren eben eine jener Parties zur Unterhaltung angehender geriatrischer Problemfälle ist, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem vertrocknenden Humus des gelangweilten Mittelalters geschossen sind;
und so schienen mir ihre Einwände natürlich nur allzu verständlich…

Beim späteren Blick in den Spiegel im heimischen Badezimmer überfielen mich dann jedoch zuerst leise, dann sich aber immer drängender gebärdende Zweifel -

Ich musste zugeben, der Zahn der Zeit hat das Seine an mir vollbracht:

Mit Mitte 40 fühlt man sich ja so ein bisschen, wie ein Kicker in der achzigsten Minute im großen Fußballspiel des Lebens, von dem der große Sportreporter im Himmel sagt: “Es ist Zeit für ein erstes Fazit.”, und hat das fast sichere Gefühl, als wollte das johlende Publikum das einem eigene, schon nah gefühlte Karriereende früher herbeiskandieren, als man es selber wahrhaben will…

Mein Körper gemahnt weniger an die vier Marathons, durch die ich mich quälte, als an die Menge Muffins, Margarine und Mascarpone, die ich mit den Jahren durch meinen Stoffwechsel geschleust habe…

Die optische Fülle meines Kopfbewuches ist eher einem allmorgendlichen hochfiligranen Legespiel zu verdanken, denn einem jugendlichen Überfluss an willigen Kappillaren und den sie steuernden männlichen Hormonen…

Mein Herz überschlägt sich schon beim Befüllen einer Kaffeetasse in einem wirbelnden Stakkato rhythmusgestörter Hyperaktivität, den ich in früheren Jahren auch unter intensivsten Trainingsanstrengungen nicht herbeizuführen vermochte…

Magen und Darm sind in einem derart bedauernswerten Zustand, dass mir Averna, Ramazotti und Fernet Branca wie die letzten mir noch als wirksam bekannten Ballaststoffe vorkommen…

…und erotisch bilde ich mir ein, höhere Ebenen der eigenen Lust durch eine reifebedingt gesteigerte Genussfähigkeit zu erreichen, und die Lust des Gegenübers durch ein Mehr erfahrungsbegründeter tantragleicher sexueller Kniffe zu steigern - wo sich doch eigentlich die erlahmende Potenz als verzweifelte und vermutlich gänzlich unbegründete Altershybris maskiert…

Doch um mich noch einmal dem Haarwuchs, als dem schlechthinnigen Muster männlicher Verfallserscheinung zu nähern:

Beim kritischen Blick in den Spiegel fällt mir auf, dass mein Haarwuchs an all jenen Stellen neue Rekordmarken erreicht, die eben nicht unbedingt von samsongleicher Männlichkeit zeugen, während er in den für das eigene Selbstbild so wichtigen Arealen (jenseits der zu buschigen Raupen mutierten Augenbrauen) vielerlei Grund für mannigfaltige Frustration liefert, weil dort die Haarwurzeln ein vergebliches Rückzugsgefecht gegen die verebbende Versorgung aus der mit den Jahren geschwächten Epidermis des Kopfes kämpfen…

Ein einziges graues Haar in einem meiner polypenverengten Nasenlöcher überzeugt mich dann endgültig von der Entscheidung, vom Besuch der eingangs erwähnten Volksbelustigung Abstand zu nehmen.

Wie kann ich sicher sein, nicht auf dem Höhepunkt der abendlichen prägeriatrischen Balz plötzlich von einer dieser unvermeidbaren Geißeln des Alters kompromittiert zu werden?

Und möchte ich wirklich meinen im Freudeskreis legendären, leichtlockeren und überaus eloquenten Flirtstil gegen ein angestrengt anmutendes Verkaufsgespräch tauschen, in dem der unredliche Verkäufer die wenigen Vorzüge des Produktes preist, während er den Überhang an Gegenargumenten für den Kauf geflissentlich unter den Teppich kehrt, nur um auf Teufel komm raus zum Abschluss zu kommen?

Eindeutig nein - da bewahre ich mir lieber unter mangelndem Aufweis des Gegenteiles den Nimbus vergangener Tage und geselle mich abends zu meiner Freundin aufs gemütliche heimische Sofa.

Es läuft eine interessante Reportage über die Tierwelt Afrikas und noch bevor ich schwerlidrig in das allabendliche Wachkoma falle höre ich sie verliebt flöten: “Schatz, hör mal die Flusspferde… Fast so wie Du, wenn du nachts an meiner Seite liegst…”

goebbels“Ein neues Gespenst geht um in Deutschland - das Gespenst der Unterschicht…”

Es macht einen sonderbaren Sinn, zur Einleitung ein Zitat aus dem kommunistischen Manifest zu modifizieren, weil es zum einen den möglichen klassenkämpferischen Aspekt des neuen Modewortes “Unterschicht” betont, zum anderen aber eine Analogie zum “Gespenst des Kommunismus” insofern durchscheinen lässt, als der neue und zugleich doch so alte Begriff der Unterschicht ähnlich diffus und nebelhaft gebraucht und verstanden wird, wie der des Marxismus in seinen Anfängen.

Sprache ist ein ganz außergewöhnliches Werkzeug.
Sie kann ein filigraner, wohl nuancierter Pinselstrich in den Händen eines Meisters sein, aber zugleich auch über diverse Abstufungen zur Waffe in den Händen intelligenter und damit ungemein gefährlicher Agitatoren mutieren, bei denen das Zusammentreffen von Intelligenz, Sprachvermögen und Skrupellosigkeit eine kritische Masse der Manipulation ergibt, welche Gesellschaften zu untergraben und Regierungssysteme hinwegzuspülen vermag.

Setzt man sich mit diesem neuen Unwort einmal genauer auseinander, so muss auffallen, dass seine Anstößigkeit weniger im Begriff selbst, sondern vielmehr in dessen Gebrauch und dem Kontext geborgen ist, in dem dieses Wort verwendet wird.

In der begrifflichen Triole “Oberschicht-Mittelschicht-Unterschicht” hat es den einfachen Charakter einer begrifflichen Abgrenzung gesellschaftlicher Schichten und erscheint wenig abschreckend, zumal sich hier zunächst niemand persönlich angesprochen fühlen muss.

Wird es jedoch alleinstehend gebraucht, ohne das Gerüst der ihm verwandten Begriffe, so stellen sich plötzlich Assoziationen ein, die es z.B. mit dem Begriff des “Untermenschen” verbinden, und die ungute Folgen für die Debatte über das eigentliche Problem haben, in deren Verlauf dieses Wort überhaupt zu unnötiger und zweideutiger Berühmtheit gelangt ist.

Witzigerweise funktioniert eine analoge Triole zu der eingangs erwähnten ganz und gar nicht:
ein Übermensch ist etwas ganz anderes als das genaue Gegenteil des Untermenschen, und ein “Mittelmensch” existiert schon gar nicht und hat mit dem Ersatzbegriff des “Durschnittsmenschen” auch nur ein Surrogat, das sich in seiner Betonung erheblich von einer Begriffsverwandschaft zum Untermenschen distanziert.

In der Debatte über dieses neue Unwort, welches unter dem Deckmantel vermeintlich unverblümter Nennung von Ross und Reiter des offensichtlich nicht mehr wegzudiskutierenden Armutsproblems daherkommt werden wir alle das kollektive Opfer eines sprachlichen Trends unserer Zeit, nämlich der “Verschlagwortung” komplexer gesellschaftlicher Zusammenhänge.

Initiiert und beschleunigt durch den meistenteils unsäglichen sprachlichen Tenor der Boulevardjournaille, werden wir zum Opfer einer Reduzierung der Wurzeln unserer Meinungsbildung auf Parolen - was die latente Gefahr einer zunehmenden Verarmung unserer Sprache und damit unseres Denkens auf das Niveau totalitärer Regime in sich birgt.

Wir täten gut daran, unser Augenmerk mehr auf die sachlichen und um Objektivität bemühten Inhalte anspruchsvoller journalistischer Arbeit zu legen und sollten weniger dem bequemen Impuls nachgeben, der uns meinen lässt, dass das Überfliegen der größten Schlagzeilen am Kiosk auf unserem Arbeitsweg dazu angetan sein könnte unsere politische Meinungsbildung auf ein gesundes Fundament zu stellen.

Nur so können wir der schleichenden Gefahr entgehen, dass uns jene agitatorisch ausmanövrieren, die uns aus persönlicher Betroffenheit, weltverbesserlichem Übereifer, oder aus metallisch kaltem politischen Kalkül auf ihre Seite ziehen und instrumentalisieren wollen.

Denn wenn uns eines klar sein sollte, so ist es die Einsicht, dass kein politisch-soziales Ding in unserer modernen Gesellschaft von eindimensionaler Struktur ist.

Die diversen Facetten und Betrachtungswinkel eines solchen Dinges aus einer Bequemlichkeit des Denkens heraus auszublenden und zu ignorieren, macht den Menschen geistig arm und gefährdet die Gesellschaft weitaus mehr, als das gelegentliche Auf- und wieder Abtauchen von politischen Ex-und-Hopp-Begriffen, deren bedeutungstechnische Halbwertszeit schon alleine durch die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit und ihrer Nachrichtenwelt limitiert ist.

buga2Ich bin kein Autonarr, ganz und gar nicht.
Im Gegenteil - ich empfinde das Fahren, um von einem Punkt zum anderen zu gelangen als eher lästiges, aber häufig notwendiges und eigentlich langweiliges Übel.

Ich bin auch kein Fan von Technik in dem Sinne, dass mich die Geheimnisse der Ingenieurskunst auf physikalisch-formelhafter Ebene interessieren - aber ich bin ein erklärter Fan des menschlichen Geistes und dessen, was er zu schaffen und zu schöpfen in der Lage ist.

Das kann ein tiefsinniges philosophisches Buch, ein Meisterstück bildender Künste, oder wie hier ein technisches Wunderwerk in Form eines Traumautos sein: der Bugatti Veyron…

buga3Hier ein paar Rohdaten:

  • 16 Zylinder, 4 Turbolader
  • 7993 ccm Hubraum
  • 736 KW - 1001 PS
  • 0-100 km/h: 2,5 Sekunden
  • 0-200 km/h: 7,3 Sekunden
  • 0-300 km/h: 16,7 Sekunden
  • Max. Geschw.: 407 km/h

Das Ganze wird einem auf der Straße präsentiert zu einem Preis von 1 Mio. Euro (zzgl. Mwst.) und mit 6000 U/min bei einem maximalen Drehoment von 1250 Nm bei 2500 U/min (bei der letzten Angabe weiß ich gar nicht, was sie bedeutet - aber es hört sich beeindruckend an, nicht wahr…?)

Nun ist es aber mit solcherlei Autos wie mit den schönen Frauen in Film und Fernsehen:
sie nötigen uns ein hohes ästhetisches Urteil ab; wir empfinden ihre Zugehörigkeit zu einer besonderen Klasse naturaler, wie kultureller Schöpfung, aber sie lassen uns oft innerlich kühl, weil sie zu sehr einer platonischen Idee ähneln, zu sehr Modell für etwas zu sein scheinen, dass in seiner Einzigartigkeit jeglichen Realitätscharakters enthoben ist.

buga1Und so empfinde ich ein solches Automobil nicht als wirklich schön, weil Schönheit in meinen Augen auch real sein muss.
Traumautos und ebenso Traumfrauen (zumindest das, was man dafür hält) sind zwar real existent, aber mitunter nur Muster ohne praktischen Wert, so eine Art goldener Schnitt, der nur die Geschmäcker verdirbt und falsche Signale in die praktische Wirklichkeit des Menschen sendet.

Und so sollten wir Schönheit nicht nur nach ästhetischen Maximalmaßstäben messen, sondern als Gradmesser die Stärke heranziehen, mit der das betrachtetete Wesen uns innerlich erreicht und die Art und Weise, wie dessen innere Lebendigkeit die unsere befruchtet und motiviert.

Und schnell werden wir spüren, dass uns der vermeintlich maximale ästhetische Wert in sonderbarer Weise kalt lässt, dass er unseren Intellekt erreicht, welcher ein wohlfeiles Urteil fein kalkulierter Denktätigkeit liefert, aber dass in unserer Seele und unserem Spüren keine wirkliche Attraktion und Begeisterung spürbar wird.

buga4Die Beauties und Pseudomaßstäbe der multimedialen Ex und Hopp-Kultur sind hübsch ausstaffierte Schaufensterpuppen des Konsums und abschreckende Vogelscheuchen vorgegaukelter Sehnsüchte zugleich. Ihr Streben nach Perfektion, respektive dessen, was die Konsumpropheten uns als solche weismachen wollen, nimmt mitunter groteske Züge an, und sonderbarerweise lässt sich dieses quichotische Anrennen gegen die Windmühlen des Alters genauso vermarkten, wie ihre frühere faltenlose Präsenz im Rampenlicht.

Und so machen die Schönheiten der televisonären Überfrachtung gleich zweimal Karriere in den Gazetten: zuerst in der Blüte ihrer Jahre, zur Zeit ihrer künstlichen Überhöhung durch Journaille und Paparazzitum und dann, in eben den gleichen Medien, durch ihren Fall aus den unerreichbaren Sphären ihres ästhetischen Olymps in die Tiefen des ihre Schönheit vernichtenden Hades.

In gewisser Weise sehen wir sie an uns vorbei fallen - so als stürzten sie im Treppenhaus aus der obersten Etage des Hochhauses in den Keller, während wir Normalsterblichen fleißig und nimmermüde um jede Stufe des persönlichen Emporkommens und gegen jede Stufe des nahenden Abstieges ankämpfen.

Und so wandelt sich Bewunderung und Überhöhung in Schadenfreude und ein schales Gefühl von falsch empfundener Gerechtigkeit und später Genugtuung.
Es ist beruhigend zu sehen, wenn Götter fallen, denn in dem Maße, in dem sie im Fall dem Menschen ähnlicher werden, empfindet sich dieser ohne eigene Leistung näher an den Heroen des Olymp und kann den schönen Schein unbegründeter Hybris warm auf seiner irdisch-faltigen Haut genießen.

Dabei ist und bleibt er jedoch ein Abhängiger der ihm vorgegaukelten Scheinwelt, bleibt eine Marionette eben jener surrealer Ideale, die sein Leben bestimmen. Denn für jene, die fallen, folgen neue, die aufsteigen und die uns ebenso gefangen nehmen, wie die gestürzten Götter zuvor.

Diesem Teufelskreis und dieser Abhängigkeit lässt sich nur entgehen, wenn ein aufgeklärter Geist die Samstagabendshow mit der gegenseitigen Selbstbeweihräucherung der Schönen und Reichen als das begreift was es eigentlich ist: eine Fiktion, eine Flucht, eine Art Alkoholisierung mittels manipulierender bunter Bilder und ihrer vermeintlichen Beherrschung durch den Zauberstab der Moderne, den wir Fernbedienung nennen.

Und so ist die Frau, die ich liebe die schönste Frau der Welt für mich -
weil sich in ihr die Lebendigkeit und das Leben - auch das bereits gelebte - widerspiegelt, vor dem die Vogelscheuchenschaufensterpuppen eine solche Angst haben, dass sie sich mit Spritzen, Einlagen und allerlei chirurgische Tand zwar eine gewisse optische Zeitlosigkeit, aber zugleich einen Verlust an innerer Größe und ganzheitlicher menschlicher Schönheit einhandeln.

Nun schließe ich den Kreis zurück zum exemplarischen Automobil, genieße den Blick auf den Bugatti und schätze ihn als ein ganz besonderes Beispiel dessen, zu was der Mensch befähigt ist (wenn er sich nicht genötigt sieht, seine Potenz in den Dienst der Rüstungslobby zu stellen…).
Ich behalte aber meinen Blick auf die Realität und den praktischen Wert meines heimischen Pkw, der mich treu und wohlbehütet von A nach B transportiert.

Was mehr will ich von einem Auto verlangen…?

aufderstrasseDie Post verlagert “ein paar hundert” Stellen von Köln nach Leipzig, um dort den Ausbau ihre neuen DHL-Logistikzentrums voranzutreiben.

Dem Vernehmen nach werde der Abbau “sozialverträglich” (wenn das mal kein “Widerspruch in der Beifügung” ist…) erfolgen und die betroffenen Mitarbeiter erhielten “gute Abfindungen” (so eine Art Glück im Unglück…).

Nun will ich die Post selbst nicht kritisieren. Durch die Entscheidung für Leipzig als Ort ihres neuen Mammutprojektes schafft sie inklusive der ihr zuarbeitenden Unternehmen ca. 10.000 Stellen, für die auch ein Standort in Belgien durchaus in Frage gekommen wäre. Auch von dort, aus Brüssel und aus Berlin werden Stellen nach Leipzig transferiert -

Betrachtet man das aber aus Sicht der betroffenen Mitarbeiter, so bekommt das ganze ein üblen Beigeschmack:

Einer der wichtigsten Gründe der Deutschen Post für die Standortentscheidung war ein dickes Subventionspaket des Bundes aus dem Förderprogramm für die neuen Bundesländer in Höhe von 70 Millionen Euro, mit dem die Regierung der Post den neuen Standort wirtschaftlich schmackhaft gemacht hat.

Nun will ich auch die Politik nicht kritisieren, dass sie was für den Osten tut…

…aber die betroffenen Mitarbeiter aus Köln haben auch einen Teil der Subvention in den Steuersäckel gezahlt und jahrelang brav ihren Solidaritätszuschlag entrichtet - Gelder, die nun anteilig im Subventionskuchen der Deutschen Post mitverbacken werden.

So zahlen die rheinischen Postler vermutlich dreimal für die Entwicklung unserer wirtschaftlichen Diaspora:

  1. mit ihren Steuern
  2. mit ihrem Solidaritätszuschlag
  3. und fatalerweise mit ihrem Arbeitsplatz

Aber zum Glück gibt’s ja Hartz 4 - da können sie ich die Kohle sicher zurückholen…

Ich habe zwei neue Lieblingsworte:

Hier meine neue Topliste:

  1. Präsenzritual
  2. Prekariat
  3. suboptimal
  4. semiprofessionell
  5. quasi und per se

to be continued…

…war und ist ein Zitat unserer Familienministerin Ursula von der Laien (schreibt man das so?):

“Wir wissen alle, dass Fernsehen dick, dumm, traurig
und gewalttätig macht.”

Ich werde ab jetzt ein wachsames Auge und Ohr auf sie haben - wer hat schon was gegen kostenlosen und lustigen Content für sein Weblog…?

Habe eben mal meine Mails gecheckt und die Viagra-Schreibweisen des heutigen Tages geerntet: 

  • VleAGRA
  • VlrAGRA

Es muss scheinbar doch Typen geben, die so blöd sind, diese Mails zu öffnen - 
Die Welt bleibt wohl auf ewig ein Panotikum, das von den Doofen beherrscht wird…

Um es offen zuzugeben: Meine Sonne hat sich einen MP3-Player für den Weg zur Arbeit gewünscht und ich, als liebender und von ihr dauerhaft gebuchter Sozialpartner, habe ihrem flehentlichen Bitten um das Be- und ebenso dem inbrünstigen Werben Apples um das Verschenktwerden nachgegeben.

Soweit so gut… oder auch nicht…

Natürlich habe ich mir mit dem Flachmann auch die komplette technische Betreuung des Gerätes eingehandelt, so dass ich vielleicht erwägen sollte, diesen Quasi-Servicevertrag jedes Jahr als geldwerten Vorteil vom Wert der noch zu machenden Geschenke zu subtrahieren, respektive ihn ersatzweise als Äquivalent für das Ausbleiben regelmäßiger bunt blühender und zart duftender Blumensträuße ins Feld zu führen…

Aber ich schweife ab…

Warum der amerikanische Geizkragen es nicht für nötig hält, seinem fast zweihundert Euro teuren Postpubertätsspielzeug ein gescheites gedrucktes Handbuch mitzugeben ist mir kundendienstlich echt schleierhaft, wenn natürlich finanziell höchst verständlich…

Jegliches Arbeiten mit der technischen Zwangsjacke wird zur Qual, weil am Siliziumquälgeist selbst und am Zusammenspiel mit der erforderlichen Software aber auch rein gar nichts intuitiv zu erfassen ist.
So gerät jede Aktion zur Pflege des häuslichen Friedens mittels gefälligkeitshalber Konfiguration dieser elektronischen Nervensäge zu einer wilden Klickorgie zwischen PDF-Handbuch und Googlesuche im Browser (dessen Funktionsweise ich zum Glück mittlerweise rudimentär verstehe…).

Aber so ist das mit “Kultgegenständen”:
Macken werden zum Feature erklärt, und ein Mangel an Zubehör (wie z.B. einem gescheiten Ladegerät) wird dem Benutzer als Ausdruck der persönlichen Freiheit in der Wahl von “Upgrades” verkauft…

Ich werde den ganzen Zinnober von Stund an als eine 200-Euro-(inkl. Ladestation)-Herausforderung begreifen und einen Teil meiner täglichen positiven Verstärkung aus einem vermeintlichen Sieg meines Geistes (und meiner Nerven) über die tote Materie beziehen…

So soll es sein, oder um mit Jean Luc Picard zu sprechen: “Energie!” …

Der Kölner Stadt Anzeiger kann noch bis zum 31.12. kostenlos als E-Paper gelesen und getestet werden.

Die Inhalte können im Browser gelesen, oder als PDF exportiert werden.
Ein Ausdruck aus dem PDF soll unterdrückt sein, hat bei mir aber mit der rechten Maustaste über Verwendung des Kontextmenüs funktioniert.

Ich halte den KSTA wegen seiner ausgewogenen Berichterstattung und seinen anspruchsvollen Inhalten für eine gute Wahl - und das auch für Nichtkölner, die sich im regionalen Bereich dann aber dennoch einen netten Überblick über das sympathische Kölner Völkchen und natürlich ebenso den weltweit berühmten Kölner Klüngel machen können. :-)

Also, einfach mal austesten

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