Tierschützer alarmiert: Dschungelcamper bedrohen australische Tierwelt

Zikade Dschungelcamp

Auch 2014 zieht der deutsche TV-Tross wieder in den Dschungel. Doch was für deutsche Fernsehzuschauer pure Unterhaltung ist, gefährdet die australische Fauna aufs Äußerste. Tierschützer Down Under schlagen jetzt Alarm.

„Die Tierwelt leidet jedes Jahr extrem, wenn die Pseudo-Prominenten aus Deutschland anrücken. Schon wenn die Vorbereitungen im Camp beginnen, ist die Tierwelt in heller Aufregung. Insbesondere die fragile Sozialstruktur der Insektenstämme ist stark in Mitleidenschaft gezogen. Teilweise kommt es zur Massenflucht ganzer Spezies und zu Selbstmordserien, was sich extrem schädigend auf das biologische Gleichgewicht auswirkt“, heißt es aus der PETA-Zentrale in Sydney.

Kein Wunder, möchte man meinen. Jedes Jahr werden unzählige Insekten und Kleintiere im australischen Dschungel aufs Äußerste gequält. Die Fernsehzuschauer in Deutschland entscheiden bequem vom heimischen Sessel aus, welche bedauernswerten Dschungelkreaturen in entwürdigende Ekelprüfungen mit deutschen C-Promis geschickt werden. Jedes Jahr droht den örtlichen Heuschrecken, Ameisen, Spinnen und anderem Kleingetier wieder das gleiche Ungemach.

„Eine Katastrophe“, so die PETA-Aktivisten weiter: „Schwere Silikonvergiftungen, bedenklicher Orientierungsverlust durch kakophonische Gesänge und kritischer Nährstoffmangel durch häufiges Erbrechen – unseren kleinsten Schützlingen bleibt nichts erspart.  Wehrlose Geschöpfe der Natur mit üblen Kreaturen in fassgroße Glaszylinder zu werfen, um mit dem Voyeurismus deutscher Sofakartoffeln Profit zu machen, ist eine Schande. Dieses perfide TV-Spektakel ist eine Tierquälerei sondergleichen, die sicher gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen verstößt. Europäische Artgenossen unserer heimischen Kleinlebewesen meiden diese Subjekte nicht ohne Grund. Aber mit unseren Ameisen, Würmern und Käfern kann man es ja machen.“

Der Sender wollte sich auf Nachfragen der Redaktion nicht umfassend äußern. Alles sei mit den Behörden in Queensland abgestimmt. Außerdem sei ein erfahrener Experte anwesend, der genau darauf achte, dass sich die negativen Folgen für die Fauna vor Ort in Grenzen halten. Am Ende sei doch alles nur ein großer Spaß, und „über die gelben Filzbälle, auf die zeitgleich bei den Australian Open eingedroschen wird, redet kein Mensch“, lässt die Senderzentrale in einer Erklärung verlauten.

Die Gewaltexzesse eines Novak Djokovic oder Rafael Nadal seien ohne Gegenbeispiel in der Geschichte. Deshalb habe man sich auch von der regelmäßigen Übertragung solcher rein zirzenisischen Großereignisse distanziert. Gegen die Aufschläge und Schmetterbälle im Tenniszirkus sei die Dschungelshow eine harmlose Abendunterhaltung für die ganze Familie, bei der von insektenunwürdiger Behandlung keine Rede sein kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.