Niete im Bett
10. Januar 2010 von Thomas
Kaum etwas gibt ein Mann weniger gern zu, als dass er ein schlechter Autofahrer ist.
Auch ich halte mich für einen sicheren und versierten PKW-Lenker, ausgestattet mit der Reaktionssicherheit eines Michael Schumacher und den Instinkten eines Walter Röhrl.
Davon lasse ich mich auch nicht so leicht durchs Fernsehen abbringen – schnell fahren kann ich auch, und um die Kurve schlittern und schleudern fällt mir auch nicht schwer, wenn mir das ESP auch manches Mal ein bisschen Hilfestellung leistet, sofern ich mal wieder meinen Bleifuß einen Tick zu lange auf dem falschen Pedal hatte. Überhaupt sind die Straßen zu schmal, die Kurven zu eng, und Fußgänger sollten die Fahrbahn nur an wenigen genau gekennzeichneten Stellen überschreiten dürfen, um den Verkehr nicht zu gefährden.
Aber ich schweife ab – wahrscheinlich um mich um ein Geständnis zu drücken, das mir seit ein paar Tagen auf der Seele lastet: ich bin vermutlich eine Flasche im Bett – und wer jetzt glaubt, ich, als typischer Mann, dächte dabei an einen brandheißen Molotowcocktail, der sieht sich getäuscht.
Offenbar bin ich eher ein Exemplar der Marke „nicht richtig zugeschraubte Cola, die zu lange in der Sonne gestanden hat“. Wie ich darauf komme? Gut, ich will es erklären.
Ich bin eine Nachteule und habe früh am Abend einen toten Punkt, der mich gegen 21:00 Uhr auf dem Sofa ins Röchelkoma fallen lässt. Männer kennen das: Kopf nach hinten, Garage auf und Platons Höhlengleichnis geben, während aus dem Rachen ein Geräusch von industrieller Kläranlage nach außen dringt. Zum Glück hält dieser Zustand nicht so lange an, bis Schwalben beginnen ihr Nest in der sich einladend öffnenden Höhle zu bauen, und gegen 22:00 Uhr bin ich dann wieder so fit wie ein Turnschuh, während der ausgetrocknete Gaumen dafür sorgt, dass ich auch in etwa so rieche. Also schnell ab ins Bad, Zähne putzen und… Aber ich schweife schon wieder ab… weiterlesen »

Netznirwana